"Sind schockiert"

Alpenhütte tobt über respektlose Urlauber

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Geraume Zeit wurde gebaut, doch kurz nach der Wiedereröffnung des Pelino-Biwaks am Monte Amaro herrscht großer Unmut. Fotos von Regelverstößen im geschützten Nationalpark Maiella sorgen für Wirbel.
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Die sanierten Räumlichkeiten sollten eigentlich ein Zufluchtsort für Bergsteiger im Hochgebirge sein, doch nun sorgen Aufnahmen aus dem Nationalpark Maiella in Italien für Kopfschütteln. Das bekannte "Bivacco Cesare Mario Pelino" auf dem 2793 Meter hohen Monte Amaro wurde nach Sanierungsarbeiten im Wert von 120.000 Euro netto am Donnerstag, 1. Oktober 2026, feierlich eingeweiht. Nur wenige Tage später erreichten die Parkverwaltung Fotos, die Fehlverhalten von Besuchern dokumentieren.

Der Parco Nazionale della Maiella veröffentlichte die Aufnahmen auf seiner Facebook-Seite und zeigte sich erschüttert über das Verhalten mancher Urlauber. Auf einem Foto ist ein großer, heller Hund zu sehen, der angeleint im Inneren des hölzernen Biwaks liegt. Eine weitere Aufnahme zeigt Personen mit Mountainbikes beziehungsweise E-Bikes direkt am Gipfelkreuz des Monte Amaro, während im Hintergrund das charakteristische rote Biwak zu erkennen ist. Die Gesichter der Personen wurden unkenntlich gemacht.

Zwei klare Verbote missachtet

Nach Angaben der Parkverwaltung wurden mit diesen Aktionen gleich zwei zentrale Bestimmungen der Schutzzone verletzt. Sowohl das Mitbringen von Hunden als auch das Befahren des Geländes mit Mountainbikes ist im Bereich des Gipfels strikt untersagt. Das Hundeverbot schließt dabei auch den Aufenthalt im Inneren der Schutzhütte ein. Der Nationalpark hat angekündigt, das Bildmaterial umgehend an die zuständige Forstpolizei, die "Carabinieri Forestali", weiterzuleiten.

In den sozialen Medien entbrannte umgehend eine emotionale Debatte über die Notwendigkeit dieser Einschränkungen. Der Monte Amaro befindet sich in der Zone A des Nationalparks, welche die strengste Schutzzone darstellt. In diesem Bereich soll das Ökosystem vor jeglichen Störungen bewahrt werden.

Empfindliches Ökosystem im Hochgebirge

Die Beschränkungen für Sportler und Tierhalter haben ökologische Gründe. Die Vegetation auf fast 3000 Metern Höhe wächst extrem langsam, während der flache Boden sehr anfällig für Erosion ist. Insbesondere beim Bremsen oder bei Nässe können Reifen die spärliche Grasnarbe dauerhaft beschädigen. Hunde können zudem durch ihren Geruch, Urin oder Kot Heimische Wildtiere wie Gämsen verschrecken und aus ihren angestammten Fressgebieten vertreiben – selbst wenn sich die Vierbeiner ruhig verhalten.

Die Reaktionen im Netz fallen unterschiedlich aus. Während manche Nutzer auf den Einsatz eines Hubschraubers im Rahmen der Eröffnungsfeier hinwiesen, forderten andere konsequente Konsequenzen für die Beteiligten. Es gehe dabei nicht nur um den Respekt vor der Bergwelt, sondern auch um ein rücksichtsvolles Miteinander im Hochgebirge.

Wichtiger Schutzraum für Bergsteiger

Das Pelino-Biwak stammt ursprünglich aus dem Jahr 1982. Dr. Luciano Di Martino, Parkdirektor und Projektleiter, hob bei der Wiedereröffnung die Bedeutung der Hütte hervor. Die Sanierung sei ein entscheidender Meilenstein für die Sicherheit von Wanderern im Hochgebirge und verbinde Naturschutz mit nachhaltigem Tourismus. Der Stützpunkt ermögliche das Erleben der Artenvielfalt der Maiella, erfordere jedoch ein eigenverantwortliches und regelkonformes Verhalten aller Besucher.