Gift-Baustelle

Alte WU will raus aus dem Asbest

© APA/MACKINGER GERALD
Wo einst Studierende der Wirtschaftsuniversität lernten, wird jetzt unter strengen Auflagen Giftstoff entfernt. 2028 soll hier bekanntlich der größte Bildungscampus des Landes entstehen.
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Am Gelände der ehemaligen Wirtschaftsuniversität Wien am Alsergrund wird derzeit nicht nur saniert und geplant – sondern vor allem eines: Gift entfernt. Bevor hier ein neuer, riesiger Bildungscampus entstehen kann, muss zuerst eine unsichtbare Gefahr raus aus den alten Gemäuern: Asbest. Besonders betroffen sind Teile der früheren WU sowie des ehemaligen Biologiezentrums der Uni Wien.

Die unsichtbare Gefahr soll raus aus den alten Gemäuern. © ORF

Ein Blick in die Räumlichkeiten zeigt das ganze Ausmaß der Arbeiten. Nicht weniger als insgesamt sieben Areale sollen von Asbest befreit werden. Doch der Aufwand dahinter ist enorm: Jede Faser muss unter Kontrolle gehalten werden, damit ja nichts davon die unmittelbare Umgebung gefährdet.

Arbeiten unter strengen Vorschriften

Projektleiter Stefan Ehrenberger von der Bundesimmobiliengesellschaft beschreibt im ORF die Arbeiten als hochsensibel, der Schadstoff sei "in diesen beiden Gebäudeteilen leider relativ häufig verbaut worden". In den Räumen herrscht Unterdruck, Luft wird permanent abgesaugt und gefiltert. Sogenannte Schleusen sorgen dafür, dass die Arbeiter nur geschützt hinein- und wieder hinauskommen.

Dabei wird vor Ort in Schutzanzügen und mit Atemmasken gearbeitet. Nach dem Entfernen des Materials wird alles luftdicht verpackt, bevor Messgeräte die Raumluft kontrollieren. Erst wenn keine Belastung mehr nachweisbar ist, kann ein Bereich freigegeben werden.

80 Proben, hunderte Baustellen-Einsätze

Schon im Vorfeld wurden rund 80 Proben aus verschiedenen Gebäudeteilen genommen, was verdeutlichte: Asbest steckt hier an vielen Stellen. Vor allem in älteren Bauteilen wie Fliesenklebern oder Dichtungen hatte man den gesundheitsgefährdenden Stoff verbaut.

Mehr als 100 Fachkräfte sind derzeit im Einsatz, um das Gelände Schritt für Schritt zu sanieren. 2028 soll dann der eigentliche Neubau des Bildungscampus starten – bis dahin wird hier noch unter strengsten Auflagen gearbeitet. Für die einstigen Nutzer des Gebäudes, Lehrende wie Studierende, bestand laut Experten jedoch nie ein Risiko – solange das Material unbeschädigt blieb, stellt Asbest nämlich keine unmittelbare Gefahr dar.