Im September
Alter Aberglaube: An "Schwendtagen" sollte man nicht...
Der Monatswechsel markiert für viele den fließenden Übergang vom Sommer in den Herbst. In alten Kalendern war mit diesem Zeitpunkt jedoch noch eine ganz andere Vorstellung verknüpft. So galten bestimmte Tage als ungeeignet für jegliche Vorhaben. Wer etwas Neues plante, musste daher genau auf das Datum blicken. Der Begriff des Schwendtags ist aus dieser Zeit bis heute überliefert, wenngleich die genaue Bedeutung oft nicht mehr geläufig ist.
Ungünstige Daten im Kalender
Der Begriff klingt zunächst nach Landwirtschaft und beschreibt tatsächlich die Vorstellung eines ungünstigen Tages. Wichtige Vorhaben wie Hochzeiten, Reisen oder das Unterzeichnen von Verträgen sollten an einem solchen Datum nach Möglichkeit nicht beginnen. Dagegen erschien es als passend, sich von Altlasten zu trennen. Für den September werden in alten Aufstellungen gleich drei Termine genannt, die mit diesem Glauben verknüpft sind.
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Drei bestimmte Tage betroffen
In Überlieferungen werden der 1., der 3. und der 30. September als Schwendtage angeführt. Allerdings ist diese Einteilung regional und historisch nicht durchgehend einheitlich. Während der 1. und 3. September in einigen Aufzählungen als besonders unglücklich beschrieben wurden, taucht der 30. September ebenfalls als verworfener Tag auf. Eine feste Rangordnung existiert nicht, weshalb die Daten eher als Teil traditioneller Kalender zu verstehen sind.
Herkunft des besonderen Namens
Sprachlich geht die Bezeichnung auf das Verb "schwenden" zurück, was so viel wie Roden oder Beseitigen bedeutet. Dies passte zu alltäglichen Arbeiten auf den Höfen, etwa dem Ausmisten der Ställe, dem Entfernen von Unkraut oder dem Befreien der Felder von altem Bewuchs. Ein Schwendtag diente dazu, Ordnung zu schaffen, eignete sich aber keinesfalls für einen Neuanfang. Der Glaube trennte somit symbolisch zwischen Bleibendem und Abzulegendem.
Wurzeln reichen weit zurück
Die Vorstellung von Unglückstagen ist dabei sehr alt. Bereits die Römer kannten sogenannte schwarze Tage mit besonderer Vorsicht. Im Mittelalter verknüpfte man heikle Daten zudem mit Krankheiten und Behandlungen. Später flossen astrologische Ansichten in die Kalender ein, wodurch regional unterschiedliche Traditionen zu unglücksbringenden Tagen entstanden.