Geschützt

Ameisen auf Dessert: Sterne-Koch droht Haft

© Ardap | Bye bye, Krabbler!
Skuriler Fall in der Gastro-Szene sorgt nun für Aufsehen.
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Dieser Fall hat alle Zutaten, um weltweit für Schlagzeilen zu sorgen. Denn die Tierchen, um die es geht, werden hierzulande eher als Schädlinge im Garten bekämpft - oder von kreativen Köchen auch schon mal kandiert oder geröstet auf den Teller gebracht.

Doch nicht so in Südkorea - dort droht laut BBC einem Lokalbetreiber in Seoul, der laut Guide Michelin zwei Sterne erkocht hat, nun sogar ein Jahr Haft. Der Grund: Er servierte als Dessert eine Ameise schön trapiert auf einem Sorbet.

49.000 Ameisen verkocht - strafbar!

Doch: In Südkorea stehen die fleißigen Insekten nicht auf der Speisekarte. Und wer diese verkocht, dem wird - im wahrsten Sinne des Wortes - der Prozess gemacht.

Und so trug sich der tierische Kriminalfall zu: Ermittler des südkoreanischen Ministeriums für Lebensmittelsicherheit spürten über Online-Bewertungen das Sterne-Lokal in Seoul auf. Auf Fotos von Gerichten waren Ameisen zu sehen.

Eine Untersuchung ergab weiter, dass das Restaurant über einen Zeitraum von vier Jahren rund 49.000 Ameisen verkochte und damit ihre Dessert-Kreation verzierte. Der Name des Lokals in Seoul ist nicht bekannt - allerdings gibt es dort nur 10 Restaurants mit zwei Sternen.

Zu viele Schwermetalle in Ameisen

Sterne-Lokal in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. © Reuters

Insekten dürfen in Südkorea sehr wohl verkocht werden. Dafür gibt es aber eine strenge Liste von 10 Arten, die als Lebensmittel zugelassen sind - darunter Heuschrecken oder bestimmte Grillen.

Ameisen stehen nicht darauf. Der Grund ist aber nicht Artenschutz, es geht mehr um die Gesundheit des Menschen. Denn: Ameisen sollen bis zu 55-mal mehr Schwermetalle enthalten als andere Insekten.

Die Staatsanwaltschaft fordert nun ein Jahr Haft für den Besitzer des Lokals sowie eine Geldstrafe von umgerechnet etwa 10.000 Euro. Das Urteil wird am 2. September erwartet.