Kurz vor Protest
Angst vor Ausschreitungen: "Gen Z regelt"-Sprecher tritt zurück
Am Samstag, dem 31. Oktober, wollen junge Menschen in zahlreichen deutschen Städten auf die Straße gehen. Sie protestieren unter anderem gegen steigende Lebenshaltungskosten und die Wehrpflicht. Doch während die Initiative öffentlich zu friedlichen Demonstrationen aufruft, sorgen radikale Nachrichten in Telegram-Gruppen für Unruhe.
Dort finden sich laut den vorliegenden Berichten auch drastische Gewaltaufrufe. In einer Nachricht heißt es etwa: "Die Masse macht es, Bullen müssen Angst vor uns haben wie in Paris." Andere Beiträge rufen sogar dazu auf, Benzin zu kaufen und Dinge anzuzünden.
Auch interessant
Organisator zieht die Reißleine
Für Gianni Matheja ist diese Entwicklung offenbar nicht mehr tragbar. Der Berliner Student erklärte auf Instagram seinen Rücktritt als Pressesprecher und seinen vollständigen Ausstieg aus der Initiative.
Unter dem Namen "Gen Z regelt" hätten sich mittlerweile unterschiedliche Gruppen versammelt, deren Vorstellungen über Ziele und Formen des Protests auseinandergehen, schrieb er. Einen gemeinsamen friedlichen Rahmen sehe er unter diesen Umständen nicht mehr ausreichend abgesichert.
Matheja betonte zugleich, dass für ihn entschlossener Protest und der Verzicht auf Gewalt zusammengehören. Er wolle sich weiterhin für die Anliegen junger Menschen einsetzen, allerdings nicht mehr innerhalb der Initiative.
Initiative distanziert sich von Gewalt
Die Organisatoren hatten sich wiederholt von Gewaltaufrufen distanziert. In ihren öffentlichen Kanälen betonen sie, dass die Demonstrationen friedlich und legal ablaufen sollen. In einer Mitteilung heißt es sinngemäß, dass Personen, die randalieren oder Gewalt suchen, nicht zur Bewegung gehören.
Die unterschiedlichen Botschaften zeigen den Konflikt innerhalb der Initiative: Während die offiziellen Aufrufe auf friedliche Proteste abzielen, sorgen radikale Äußerungen einzelner Mitglieder oder Nutzer in den Gruppen für wachsende Bedenken.
Polizei bereitet sich auf Samstag vor
Auch die Sicherheitsbehörden beobachten die Mobilisierung aufmerksam. Die Polizei in Stuttgart teilte mit, dass Hinweise auf mögliche Störungen vorliegen und man auf einen entsprechenden Einsatz vorbereitet sei. Gleichzeitig betonte sie, dass sich Personen aus dem Umfeld der Veranstalter ausdrücklich von Gewalt distanzierten.
Die Proteste sollen am Samstag in zahlreichen deutschen Städten stattfinden. Ob es tatsächlich zu Ausschreitungen kommt, ist derzeit offen. Mit Matheja verliert die Initiative jedenfalls wenige Tage vor dem geplanten Protest einen ihrer bisherigen Sprecher.