Terror in Wien

Anschlagspläne auf Pride: Niedrige Strafen für Brüder

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Der 20- und der 23-Jährige wurden zu sechs Monaten beziehungsweise ein Jahr bedingt verurteilt.
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NÖ. Im Prozess im weiteren Zusammenhang mit angeblichen Anschlagsplänen auf die Wiener Regenbogenparade der LGBTIQ+-Community am 17. Juni 2023 sind am Dienstag Brüder im Alter von 20 und 23 Jahren schuldig gesprochen worden. Sie erhielten wegen terroristischer Vereinigung und krimineller Organisation sechs Monate bzw. ein Jahr bedingte Haft. Die Urteile sind nicht rechtskräftig. Die Verhandlung war unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt worden.

Vom vorsitzenden Richter wurde im Rahmen der Urteilsbegründung festgehalten, dass es "keinen Nachweis" gegeben habe, dass das Duo etwas mit einem Anschlag auf die Pride zu tun gehabt hätte. Seitens ausländischer Behörden seien hier keine entsprechenden Beweisergebnisse übermittelt worden. Sehr wohl haben beide Beschuldigten laut dem Richter jedoch Propaganda für die radikalislamische Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) betrieben. "Wir haben nicht den geringsten Zweifel, dass sie zum damaligen Zeitpunkt abgedriftet sind" und Sympathien für den IS "gehegt haben", so der Richter. Von einer Beteiligung an der Gruppe "Islamischer Staat - Provinz Khorasan" (ISPK) wurden die beiden Angeklagten aber freigesprochen.

Bereits am ersten Prozesstag Mitte Juli 2025 ist ein 16-Jähriger mittlerweile rechtskräftig zu sechs Monaten bedingt verurteilt worden. Auch ihm war terroristische Vereinigung und kriminelle Organisation vorgeworfen worden. Am 5. August des Vorjahres war die Verhandlung dann zur Einholung eines IT-Gutachtens auf unbestimmte Zeit vertagt worden, am vergangenen Donnerstag wurde sie mit Zeugenbefragungen fortgesetzt. Am Dienstag war auch ein Sachverständiger am Wort.