KI-Riese

Anthropic-Börsengang: Chef will alleinige Macht

© APA/AFP/FABRICE COFFRINI
Laut Bericht eines Technologieportals will die derzeit größte KI-Firma Anthropic (Chatbot Claude etc.) vor ihrem Börsengang die Stimmrechtsmehrheit für die Gründer sichern. Der Konzern wird hektisch umgebaut.
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Der KI-Entwickler Anthropic bittet seine Aktionäre einem Medienbericht zufolge um Zustimmung für eine neue Unternehmensstruktur, die den Gründern vor dem geplanten Börsengang die Kontrolle sichern soll.

Firmenchef Dario Amodei und seine sechs Mitgründer sollen gemeinsam 50,1 Prozent der Stimmrechte erhalten, berichtete das Technologieportal "The Information" am Donnerstag (Ortszeit) unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen.

Kopiert bei Softwarefirma Palantir

Die neue Regelung sei einer Struktur bei der Softwarefirma Palantir nachempfunden. Die Gründer sollen dafür eine spezielle Aktiengattung bekommen, die ihnen bei den meisten Entscheidungen die Kontrolle sichert. Voraussetzung sei, dass mindestens drei der sieben Gründer eine Mindestanzahl an Anteilen halten. Die Wahl des Verwaltungsrats sei davon jedoch ausgenommen. Das Gremium verfüge über sieben Sitze, von denen derzeit einer unbesetzt sei. Zudem sei geplant, den Mitarbeitern eine besondere Aktiengattung zuzuteilen, die bei bestimmten Fragen als ausschlaggebende Stimme dienen solle. Anthropic reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Das Unternehmen, das hinter dem Chatbot Claude steht und seit Monaten als führend bei KI-Anwendungen für Firmen gilt, bereitet sich auf einen der voraussichtlich größten Börsengänge der Geschichte vor. Dieser könnte auf die Zeit nach den US-Kongresswahlen im November verschoben werden. Es wird jedoch nicht erwartet, dass die Wahlen größere Auswirkungen auf die Aktienplatzierung haben. Im Mai hatte Anthropic bei einer Finanzierungsrunde 65 Milliarden Dollar (57,18 Mrd. Euro) eingesammelt und wurde dabei mit 965 Milliarden Dollar b (848,95 Mrd. Euro) bewertet.