Österreich im Trend
Arabische Liga stockt Büro in Wien auf - und verlässt Berlin
Die Liga der Arabischen Staaten (LAS) gibt weltweit einige Standorte auf. Auch die diplomatische Vertretung in Deutschland wird aufgelassen. Im Gegenzug wird das Büro der Liga in Wien aufgestockt. Deutschland soll künftig von der österreichischen Hauptstadt aus mitbetreut werden. Das berichtete die auf Außenpolitik und Diplomatie spezialisierte Plattform "diplo.news" am Sonntag unter Berufung auf diplomatische Kreise.
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Offiziell werden laut dem deutschen Online-Medium Kostenargumente für die Maßnahmen angeführt. Inoffiziell dürften indes auch andere Gründe für die 22 Mitgliedsstaaten mitgespielt haben. Langjährige Beobachter der bilateralen Beziehungen verweisen "diplo-news" zufolge auf die jüngsten Verwerfungen und Krisen und fragen sich, ob nicht tieferliegende Gründe den Ausschlag gegeben haben könnten. Gerüchten zufolge könnte auch Unzufriedenheit über die deutsche Nahostpolitik dahinter stecken. Die Berliner Repräsentanz soll nun in einigen Monaten geräumt werden.
Wien wird aufgewertet
Wien als Sitz mehrerer multilateraler Organisationen wird in Folge aufgewertet. Die Vertretung der Arabischen Liga nahe der UNO-City, dem Standort der Vereinten Nationen in Wien-Donaustadt (22. Bezirk), besitzt den diplomatischen Status einer Botschaft und fungiert als Verbindungsbüro zu Österreich sowie zu den internationalen Organisationen wie etwa den UNO-Einrichtungen.
Österreich ist seit 2013 als Beobachter bei der Arabischen Liga akkreditiert. Der Liga gehören derzeit 22 Mitglieder an: Ägypten, Algerien, Bahrain, Dschibuti, Irak, Jemen, Jordanien, Katar, die Komoren, Kuwait, Libanon, Libyen, Marokko, Mauretanien, Oman, Palästina (das von Österreich nicht als Staat anerkannt wird), Saudi-Arabien, Somalia, Sudan, Syrien, Tunesien und die Vereinigten Arabischen Emirate.
Hauptziel der Liga ist, die Beziehungen zwischen den Mitgliedsstaaten zu vertiefen und ihre politischen Aktivitäten zu koordinieren, was jedoch nicht immer erfolgreich erzielt werden konnte.
Rückzug auch aus Argentinien und Kenia
Neben ihrem Hauptsitz in Kairo betreibt die Organisation weltweit diplomatische Vertretungen, um die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen der arabischen Welt und anderen Regionen zu stärken. Dazu gehörten bis jetzt auch Buenos Aires, die Hauptstadt Argentiniens, und Nairobi, die Hauptstadt Kenias. Allerdings erwartet die beiden Standorte in Lateinamerika und in Afrika das gleiche Schicksal wie Berlin, nämlich die Schließung in der ersten Hälfte des kommenden Jahres.
Seit Juli 2026 hat die Liga einen neuen Generalsekretär. Der ägyptische Diplomat Nabil Fahmy, 1951 in New York geboren, ist Sohn des früheren ägyptischen Außenministers Ismail Fahmi und war von 2013 bis 2014 selbst ägyptischer Chefdiplomat, außerdem Botschafter Ägyptens in den Vereinigten Staaten und in Japan. (APA)