19.900 Euro im Jahr

Aus für Leih-Omas: Stadt Wien streicht Förderung

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Der Wiener Omadienst vermittelt seit mehr als 50 Jahren Leihomas an Familien. Jetzt fällt die städtische Förderung in Höhe von knapp 20.000 Euro pro Jahr weg. Ohne neue Geldquelle steht das traditionsreiche Familienangebot vor dem Aus.
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Seit 1973 vermittelt der Omadienst des Katholischen Familienverbandes Leihomas, die Kinder in Wien regelmäßig betreuen. Sie helfen, wenn Eltern an ihre Grenzen stoßen. Für viele Familien bietet die Unterstützung eine wichtige Entlastung – und für ältere Menschen eine Möglichkeit, aktiv zu bleiben und gebraucht zu werden. Wie aus einem offiziellen Schreiben vom 20. Oktober hervorgeht, beendet die Stadt Wien nun die bisherige Förderung von 19.900 Euro pro Jahr. Begründet wird dieser Schritt mit der Reform "Kindergarten neu denken" - künftig sollen nur mehr Angebote unterstützt werden, die unmittelbar zum pädagogischen Auftrag der Kindergärten gehören.

"Der Omadienst ist kein Kindergartenangebot und wollte nie eines sein", erklärt Christopher Erben, stellvertretender Vorsitzender des Katholischen Familienverbandes der Erzdiözese Wien. "Er hilft Familien dort, wo Kindergarten und Schule aufhören: am frühen Morgen, am späten Nachmittag, wenn ein Kind krank ist. Dass er nicht zum Kernauftrag des Kindergartens passt, spricht nicht gegen ihn. Es zeigt nur, dass ihn jemand anderer in der Stadt fördern sollte." Zur Info: Aktuell betreuen rund 100 Leihomas Familien und Alleinerziehende in der Bundeshauptstadt.

Ohne Ersatzfinanzierung kann der Verband seinen Dienst ab Jänner 2027 nicht mehr weiterführen. Die zuständige Mitarbeiterin musste bereits gekündigt werden. Brisant: Auf der Website der Stadt wird der Omadienst weiterhin als Betreuungsangebot empfohlen. Bereits 2016 war die Förderung gestrichen worden, nach heftiger Kritik wurde sie dann aber doch fortgesetzt. Nun hofft der Familienverband erneut auf eine Lösung. "Wer den Kindergarten neu denkt, darf bewährte Angebote nicht am Rücken der Wiener Familien beseitigen und die Familien nicht vergessen", schaltet sich Wiens ÖVP-Parteiobmann Markus Figl ein. "Wir stehen an der Seite der Leihomas und der Familien. SPÖ und Neos müssen Verantwortung übernehmen und den Oma-Dienst erhalten."