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Babler pokerte, was wirklich lief

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oe24-Politik-Chefredakteurin Isabelle Daniel über die SPÖ-Krisensitzung.
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Die Sitzung der neun Länderchefs der Roten im Wiener Rathaus lief überraschend amikal ab. Keiner der Herren – nicht einmal die allerbesten Parteifreunde Michael Ludwig und Hans Peter Doskozil – beglichen offene Rechnungen. Im Gegenteil. Alle SPÖ-Länderchefs waren sich in dieser Sitzung einig, dass Andreas Babler als Parteivorsitzender und Vizekanzler gehen müsse. Sogar der eine oder andere Scherz fiel. Die Stimmung war so gelöst, dass "wir sogar gemeinsam zum Hotel Steigenberger spaziert sind", sagt einer aus der Runde später.

Um 16.30 kam dort dann die Überraschung. Denn anstatt wie angekündigt seine Ämter zur Verfügung zu stellen, erklärte Andreas Babler den Seinen – also den neun Länderchefs, der Frauenvorsitzenden Eva Maria Holzleitner und ÖGB-Boss Wolfgang Katzian – "Ich werde bleiben".

Andreas Babler am Weg zur SPÖ-Krisensitzung. © APA/GEORG HOCHMUTH

Man könne sich gerne über einen "geordneten Übergang" vor der nächsten Nationalratswahl einigen, so der Traiskirchner – im Wissen, dass sich alle neun Landeschefs schon längst gegen ihn ausgesprochen hatten.

Das sei "inakzeptabel", konterten Anwesende.

Wie oe24 als Erster bereits Anfang September berichtet hatte, galt Finanzminister Markus Marterbauer als "Plan B" von Babler und Katzian. Darauf hatten sich auch die Länder in ihrer Sitzung vorab verständigt. Marterbauer solle Parteichef und Vizekanzler werden.

ÖGB-Boss Wolfgang Katzian. © APA/GEORG HOCHMUTH

Der Haken: Der Finanzminister hatte auch etwa Oberösterreichs SPÖ-Chef Martin Winkler bei einem Frühstück am Samstag klar erklärt, dass er die Jobs erst im ersten Quartal 2027 übernehmen könne.

Ein weiterer Trumpf für Babler – sowie die Sorge von Einzelnen, dass er eine Mitgliederbefragung erzwingen könnte.

Angebot an Babler: Du bleibst Minister

Daher wurde seine Forderung – er bleibe Minister – ebenfalls zugesagt. Gemeinsam einigte man sich auf Eva Maria Holzleitner als geschäftsführende Obfrau – die massive Gegenwehr leistete und feststellte "Ich mache das nur bis zum Parteitag". Klubchef Philipp Kucher sei dann vor allem zu ihrer Entlastung mitnominiert worden und als "Signal an alle Lager der SPÖ".

Am Donnerstag soll ein Parteivorstand dann die zwei offiziell bestellen. Der Parteitag soll Ende März stattfinden und am Ende Marterbauer auch zum SP-Chef machen. So zumindest der Plan.