Wissenschaftsschiff
BatoLabo legt am Donaukanal an
Am Dienstag (7. Juli) wird sie in Wien anlegen. Beim Central Garden an der Henriette-Fahrbach-Promenade am Donaukanals ist sie von 17 bis 22 Uhr das Zentrum einer "Nacht der Ideen" des französischen Kulturinstituts.
Auf der Reise des 15 Meter langen und 2007 nach dem Vorbild der traditionellen Großsegler des Flusses gebauten Schiffs vom Loire-Mündungsgebiet bis zum Donaudelta werden alle 30 Kilometer Wasserproben entnommen, um das Phytoplankton der großen europäischen Flüsse unter die Lupe zu nehmen. Ein Flussanthropologie-Projekt versucht, bei den einzelnen Stationen mit möglichst vielen Anwohnern ins Gespräch zu kommen und zu erheben, wie stark der jeweilige Wasserlauf Leben und Lebensgefühle beeinflusst. Doch im Zentrum der Aktivitäten auf dem auch mit Motorantrieb navigierenden Segelschiff steht die Wissenschaftskommunikation, die Vernetzung mit lokalen Wissenschaftern, Kunstschaffenden und Initiativen. Denn es geht auch um Unterstützung einer Europäischen Bürgerinitiative für die Rechte der Natur.
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100 Jahre französische Kulturpräsenz in Österreich
Eröffnet wird das Programm um 17 Uhr von Matthieu Peyraud, dem französischen Botschafter in Österreich, und Monika Mörth, Sektionschefin für Wasserwirtschaft im Umweltministerium. Für die Franzosen ist die "Nacht der Ideen", die sich im vergangenen Jahr im ehemaligen Postsparkassen-Hauptgebäude von Otto Wagner Fragen der Künstlichen Intelligenz widmete, ein weiterer Bestandteil der Aktivitäten zur Feier der vor 100 Jahren gestarteten institutionellen französischen Kulturpräsenz in Österreich, die 1931 mit der Gründung eines eigenen Kulturinstituts einen wesentlichen Schritt gemacht hat. Nach dem Auszug aus dem Palais Clam-Gallas in Wien-Alsergrund ist das Institut français d'Autriche im Palais Rohan in der Praterstraße untergebracht, wo man die Vernetzung mit der lokalen Szene vorantreibt, im abgelaufenen Schuljahr aber auch 2.098 Schüler und Schülerinnen in Sprachkursen von der Krabbelgruppe bis zum Seniorenkurs betreut hat.
"Eine unserer Hauptaufgaben ist aber die Förderung der Mobilität zwischen Österreich und Frankreich", erklärt Zélie Waxin, die Leiterin der Kulturabteilung. Dafür gibt es etwa seit 2023 gemeinsam mit dem Maison des Écritures der Stadt La Rochelle das Rohan-Stipendium für einen einmonatigen Schreib- oder Übersetzungsaufenthalt. Im kommenden Herbst wird Theresia Töglhofer in La Rochelle Station beziehen.
Ausnahmsweise auf Englisch
Am Dienstag wartet ein buntes Programm auf die Freundinnen und Freunde der Ideen und des Wassers. Die österreichische Spoken-Word-Poetin Franziska Füchsl wird gemeinsam mit der Gitarristin und Soundkünstlerin Tatjana Paris und Chloé Löwy-Girardeau, der Chefin der BatoLabo-Crew, um 17.30 Uhr auf dem Schiff eine ganz spezielle Wassermusik zum Erklingen bringen. Nach einer Keynote der Juristen Thomas Wallentin und Emmanuel Schlichter ("When nature becomes a subject of rights") gibt es die Wasserrechtsdiskussion "Voices of the rivers". "Wir wollen so offen und zugänglich wie möglich sein", erklärt Waxin im Gespräch mit der APA die Wahl von Englisch als dominierende Sprache der Programmpunkte. Immerhin: Die Kurzfilme, mit denen ab 21 Uhr die Abenteuer und der Arbeitsalltag auf dem BatoLabo vorgestellt werden, sind dann doch auf Französisch.