Wichtiger Lostag

Bauernregel: "Dann regnet’s 40 Tag"

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Der 8. Juni gehört zu den bekanntesten Lostagen im Bauernkalender.

Am sogenannten Medardustag beobachteten Landwirte über Jahrhunderte hinweg besonders aufmerksam das Wetter. Vor allem Regen galt als wichtiges Zeichen dafür, wie sich die kommenden Wochen entwickeln könnten.

Die wichtigsten Regeln

Die wohl bekannteste Bauernregel lautet:

  • "Ist's an Medardus feucht und nass, regnet's weiter ohne Unterlass."

Eine ähnliche Variante besagt:

  • "Regnet's am Medardustag, regnet's 40 Tag danach."

Beide Regeln zeigen, welche Bedeutung Niederschläge Anfang Juni für die Landwirtschaft hatten. Zu dieser Jahreszeit befinden sich Getreide, Wiesen und viele Nutzpflanzen in einer entscheidenden Wachstumsphase. Anhaltender Regen konnte damals erhebliche Probleme verursachen. Felder wurden zu nass, die Heuernte verzögerte sich und Krankheiten breiteten sich leichter aus.

Deshalb betrachteten viele Bauern einen verregneten Medardustag mit Sorge. Auch weitere Wetterweisheiten spiegeln diese Befürchtungen wider:

  • "Regen am Medardustag verdirbt den ganzen Heuertrag."

Oder:

  • "Medardi Regen bringt der Gerste keinen Segen."

Vor allem die Heuernte war früher stark vom Wetter abhängig. Mehrere Regentage hintereinander konnten dazu führen, dass das gemähte Gras auf den Wiesen verdarb. Für die Bauern bedeutete dies oftmals weniger Futter für das Vieh im kommenden Winter.

Der Ursprung dieser Regeln liegt in der Beobachtung, dass sich bestimmte Wetterlagen im Frühsommer häufig über mehrere Wochen halten können. Meteorologen weisen heute darauf hin, dass die Bauernregeln zwar keine exakten Vorhersagen ermöglichen, stabile Großwetterlagen aber tatsächlich oft länger andauern. Daher steckt hinter manchen alten Wetterweisheiten ein gewisser Erfahrungswert.

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Für die Menschen früherer Generationen war der Medardustag deshalb weit mehr als ein gewöhnlicher Kalendertag. Er galt als eine Art Wegweiser für den weiteren Sommerverlauf. Besonders Regen wurde aufmerksam beobachtet, weil er als Vorbote einer längeren feuchten Witterungsphase galt.

Regen und Gewitter

Passend dazu richtet sich auch heute wieder ein besonderer Blick auf den Himmel. Denn ausgerechnet rund um den Medardustag werden in Österreich zahlreiche Regenschauer und Gewitter erwartet. Ob sich die jahrhundertealten Bauernregeln bewahrheiten und tatsächlich eine längere Regenperiode bevorsteht, werden die kommenden Wochen zeigen.

Fest steht: Kaum ein anderer Lostag ist so eng mit Regen verbunden wie der 8. Juni. Und genau deshalb lebt der Medardustag bis heute im Volksglauben und in zahlreichen Bauernregeln weiter.