Prognose

Bauernregel prophezeit Wintereinbruch: Das bringt das Wetter wirklich

© Getty Images/iStockphoto
Laut einer alten Bauernregel soll der Winter unmittelbar vor der Tür stehen und die kalte Jahreszeit schlagartig einläuten. Doch ein detaillierter Blick auf die aktuellen Wetterdaten zeigt ein völlig anderes Bild für die kommenden Tage.
Zur Vollversion des Artikels

Mit dem nahenden Ende des Oktobers und der vollzogenen Zeitumstellung werden die Tage spürbar kürzer, und die Abende dämmern deutlich früher. Obwohl das Thermometer zuletzt noch recht milde Werte verzeichnete und von klirrender Kälte keine Spur war, weckt diese herbstliche Stimmung bei vielen Menschen das Interesse an traditionellen Wetterweisheiten. Im Zentrum steht dabei ein markanter Stichtag im Kalender: der 28. Oktober, der Gedenktag der Apostel Simon und Judas.

Traditioneller Lostag kündigt Kältewelle an

Der Volksmund überliefert zu diesem Tag seit Jahrhunderten einen prägnanten Spruch: "Wenn Simon und Judas vorbei, rückt der Winter schnell herbei." In früheren Zeiten dienten derartige Reime als unverzichtbare Orientierung für die bäuerliche Bevölkerung. Mit dem Fest der beiden Apostel sollte die Erntezeit endgültig abgeschlossen sein und der frostige Winter Einzug halten. Solche sogenannten Lostage waren für die Vorbereitung auf die eisige Periode des Jahres entscheidend, da man weder über moderne Hilfsmittel noch über verlässliche Messstationen verfügte.

Nimmt man diese Überlieferung wörtlich, müsste die Witterung ab sofort drastisch kippen und rasch Schnee sowie Dauerfrost bringen. Doch die aktuellen Berechnungen der Meteorologen zeichnen ein vollkommen anderes Szenario für den Übergang in den November.

Die Prognose für die kommenden Tage

Am Dienstag sorgt ein Zwischenhocheinfluss im Ostalpenraum für sonniges und trockenes Wetter. Frühnebel in Becken und Tälern sind selten beständig und auch dünne hohe Wolkenschleier, vor allem am Vormittag, stören nicht. Der Wind weht schwach aus unterschiedlichen Richtungen. Von minus zwei bis plus sieben Grad in der Früh steigen die Temperaturen tagsüber auf zehn bis 18 Grad. Am wärmsten ist es in den westlichen Landesteilen.

Zunächst liegen am Mittwoch, dem 28. Oktober, über den Niederungen, inneralpin und in Beckenlagen einige Nebel- und Hochnebelfelder. Auch abseits des Nebels ziehen zumindest hohe Wolkenfelder über den Himmel und trüben den Sonnenschein ein wenig. Lediglich im Westen treffen bereits ab der Früh dichte Wolken einer Kaltfront ein, sie breiten sich mit etwas Regen und Regenschauern entlang der Alpennordseite und im Norden aus. Die Schneefallgrenze sinkt bis zum Abend gegen 1.700 Meter Seehöhe.

Weiter im Osten und im Süden bleibt es meist niederschlagsfrei. Der Wind weht in den Niederungen tagsüber oft nur schwach, später kommt dann im Norden und Osten mäßiger Westwind auf. Die Frühtemperaturen liegen bei minus drei bis plus sieben Grad, die Tageshöchsttemperaturen bei elf bis 16 Grad, mit den höheren Werten eher in mittleren Höhenlagen.

Hartnäckige Nebel, aber auch Sonne

Entlang der Alpennordseite, im nördlichen Alpenvorland, aber auch in Beckenlagen im Süden halten sich am Donnerstag zunächst hochnebelartige Bewölkung und Hochnebel teilweise hartnäckig bis zur Mittagszeit. Erst später setzt sich hier die Sonne durch. Überall sonst überwiegt insgesamt meist sonniges Wetter mit ein paar harmlosen durchziehenden Wolken. Der Wind weht im Osten mäßig aus Nordwest, sonst ist es windschwach. Die Frühtemperaturen betragen minus zwei bis plus acht Grad, die Tageshöchsttemperaturen neun bis 15 Grad, mit den höchsten Werten im Südosten.

Mit einem knapp östlich von Österreich vorbeiziehenden Tief in hohen Luftschichten wird die Prognose für Freitag etwas unsicher. Voraussichtlich wechseln im Osten Sonne und Wolken mit ein paar Regenschauern. Die Schneefallgrenze wird wohl um 1.300 Meter Seehöhe liegen. Im übrigen Land dürfte es trocken bleiben, hier überwiegt vielerorts sonniges Wetter. Über den Niederungen im nördlichen Alpenvorland, inneralpin oder in südlichen Beckenlagen liegen aber auch hartnäckige Nebel- und Hochnebelfelder. Der Wind weht schwach, im Osten mäßig aus Nordwest, bei Frühtemperaturen je nach Wind von minus fünf bis plus sieben Grad und Tageshöchsttemperaturen von neun bis 14 Grad.

Warum historische Lostage heute an Bedeutung verlieren

Aus Sicht der modernen Wissenschaft sind Bauernregeln ohnehin kein verlässliches Werkzeug zur Vorhersage des Wetters. Sie basieren auf lokalen Einzelbeobachtungen aus vergangenen Jahrhunderten und entstanden völlig ohne Satellitendaten, globale Messnetze oder hochkomplexe Computermodelle. Zudem sorgt die fortschreitende Klimakrise dafür, dass historische Witterungsmuster zunehmend durcheinandergeraten.

Weil sich ganze Jahreszeiten verschieben und extreme Wetterlagen zunehmen, verlieren die starren Kalendertage der Vorfahren immer weiter an Aussagekraft. Für die kommenden Tage bedeutet das: Dicke Wintermäntel und Schneeschaufeln können vorerst im Kasten bleiben, auch wenn der Spätherbst allmählich Einzug hält.