4. Juli

Bauernregel: "Wie das Wetter am Ulrichstag ..."

© Getty Images
Der 4. Juli spielt im traditionellen Bauernkalender eine besondere Rolle.
Zur Vollversion des Artikels

Seit Jahrhunderten beobachten Landwirte Wetter und Natur, um daraus Rückschlüsse auf die kommenden Wochen zu ziehen. Auch wenn Bauernregeln wissenschaftlich nicht als verlässliche Wetterprognosen gelten, spiegeln sie langjährige Erfahrungen wider und erfreuen sich bis heute großer Beliebtheit.

Die wichtigsten Regeln

Eine bekannte Bauernregel zum 4. Juli lautet: "Wie das Wetter am Ulrichstag, so der Herbst sich zeigen mag." Der Gedenktag des heiligen Ulrich von Augsburg fällt auf den 4. Juli und galt früher als wichtiger Orientierungspunkt für die Landwirtschaft. Zeigte sich das Wetter an diesem Tag freundlich und trocken, hoffte man auf einen ebenso angenehmen und ertragreichen Herbst. Regen oder kühle Temperaturen wurden dagegen oft als Hinweis auf wechselhaftes Herbstwetter gedeutet.

Eine weitere überlieferte Regel besagt: "Regnet's am Ulrichstag, regnet's noch sieben Tag." Dahinter steckt die Beobachtung, dass sich stabile Wetterlagen im Sommer häufig über mehrere Tage halten können. Trifft ein Tiefdruckgebiet Anfang Juli ein, kann es tatsächlich für längere Zeit unbeständig bleiben – allerdings nicht zwangsläufig genau sieben Tage.

Auch der Zeitraum Anfang Juli insgesamt gilt als wetterkundlich interessant. Er liegt kurz vor dem sogenannten Siebenschläfertag, dessen Wettertrend nach einer bekannten Bauernregel Einfluss auf die folgenden Sommerwochen haben soll. Meteorologen weisen jedoch darauf hin, dass nicht ein einzelner Kalendertag entscheidend ist, sondern die großräumige Wetterlage, die sich meist Ende Juni oder Anfang Juli einstellt.

So sind Bauernregeln rund um den 4. Juli vor allem ein Stück gelebter Tradition. Sie verbinden Naturbeobachtungen mit jahrhundertealten Erfahrungen und zeigen, wie eng das Leben früher vom Wetter und seinen Launen abhängig war.