Tennis-Legende
Becker rechnet mit Deutschland ab
Boris Becker hat Deutschland den Rücken gekehrt. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Lilian (36) und der gemeinsamen Tochter Zoe (7 Monate) baut sich der 58-Jährige in Mailand ein neues Leben auf. Im Interview mit dem britischen "Daily Telegraph" äußert sich der ehemalige Wimbledon-Sieger nun kritisch über seine Heimat. "Die Deutschen halten mich, mit allem Respekt, für ihr Eigentum. Es ist, als würden sie mich besitzen und sogar den 17-Jährigen", sagt Becker über sein Empfinden. 1985 wurde Becker mit nur 17 Jahren als jüngster Wimbledon-Sieger der Geschichte international bekannt.
Für ihn wirke es so, als habe er als 58-Jähriger kein Recht mehr, eine eigene Meinung zu haben oder Nein zu sagen. In Italien erlebe er den Alltag hingegen als einfacher und freier: "Die Menschen mögen mich, sie kennen mich und ich hoffe, dass sie mich respektieren."
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Freundeskreis hat sich dezimiert
Nach seiner Haftstrafe, die er 2022 in Großbritannien antrat, habe sich der soziale Kreis des Tennis-Stars massiv verändert. "Ich würde sagen, dass 90 Prozent meines früheren Freundeskreises verschwunden sind. Wahrscheinlich sogar 95 Prozent", gesteht Becker gegenüber dem "Telegraph". Diese Erfahrung habe ihn vorsichtiger werden lassen. Mittlerweile existiere innerhalb der Familie ein "Warnsystem", falls frühere Bekannte wieder Kontakt suchen. "Ich werde das Leben, das wir heute führen, nicht noch einmal für weitere Fehler aufs Spiel setzen", betont Becker. Er sei sich bewusst, dass es immer Menschen gebe, die versuchten, ihn zu Fall zu bringen, doch "jetzt kommt niemand mehr durch".
Dass er sich in Mailand wohlfühlt, hatte Becker bereits zuvor gegenüber "Bild" bestätigt. Während er früher gerne in London lebte, sei Mailand mittlerweile der Ort, an dem er sich zu Hause fühle.