Insolvenz angemeldet
Beliebte Milch-Firma schlittert in Pleite
Der oberbayerische Molkereibetrieb Almil AG mit Sitz in Polling hat beim Amtsgericht Mühldorf am Inn den Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das Unternehmen, das auch bei vielen Konsumenten in Österreich durch die Produktion der bekannten Bärenmarke-Milch ein Begriff ist, ist seit über drei Jahrzehnten am Markt aktiv. Seit Anfang 2020 gehört die Firma zum deutschen Branchen-Riesen Hochwald mit Hauptsitz im rheinland-pfälzischen Thalfang.
Spezialist für haltbare Milchprodukte
Die Tochtergesellschaft von Hochwald im Pollinger Ortsteil Weiding hat sich vor allem auf die Herstellung, den Handel sowie den Vertrieb von Dauermilcherzeugnissen spezialisiert. Nun will der Betrieb die Krise aus eigener Kraft bewältigen. Die Geschäftsleitung bleibt weiterhin im Amt, um die geplante Sanierung selbst zu steuern, während ein gerichtlich bestellter Sachwalter den Prozess überwacht. Auf Anfrage teilte die Almil AG mit, dass man frühzeitig und aus eigener Initiative einen Sanierungsprozess eingeleitet habe, um die Zukunft des Standorts nachhaltig abzusichern. Zu den konkreten Ursachen der finanziellen Schieflage machte das Unternehmen keine Angaben.
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Betrieb läuft vorerst normal weiter
Trotz des Insolvenzantrags wird der laufende Geschäftsbetrieb ohne Einschränkungen weitergeführt. Für die Belegschaft sowie für Kunden und Geschäftspartner ergeben sich vorerst keine Änderungen. Das erklärte Ziel der Molkerei besteht darin, die Wettbewerbsfähigkeit langfristig wiederherzustellen und den Standort zu sichern. Der Mutterkonzern Hochwald wollte sich auf Anfrage nicht zur Lage bei der Almil AG äußern und verwies auf die Pressestelle der Tochtergesellschaft. Erst vor Kurzem wurde bekannt, dass Hochwald seine Molkerei im deutschen Kaiserslautern schließt, wovon 74 Arbeitsplätze betroffen sind.
Löhne vorerst bis Oktober gesichert
Für die rund 110 Beschäftigten der Almil AG gibt es zumindest vorübergehend eine finanzielle Absicherung. Die Gehälter der Belegschaft sind bis einschließlich Oktober 2026 über das Insolvenzgeld abgedeckt. In dieser Phase sollen die notwendigen Schritte vorbereitet werden, um eine rasche Sanierung der Molkerei zu ermöglichen.