Planungsstart
Bund sichert "Bahnkohle" für Elektrifizierung der Pinzgauerbahn zu
Einer Modernisierung der Pinzgauer Lokalbahn steht - zumindest aus finanzieller Sicht - offenbar nichts mehr im Wege. Der Bund hat im aktuellen Doppelbudget die Mittel im Mittelfristigen Investitionsprogramm für Privatbahnen (MIP) aufgestockt und zugesagt, 50 Prozent der Kosten für eine Elektrifizierung der rund 53 Kilometer langen Strecke zu tragen. Im Frühjahr sind auch die Arbeiten zum Wiederaufbau der 2021 von einem Hochwasser zerstörten Trasse wieder aufgenommen worden.
"Wir rechnen mit Kosten von rund 60 Millionen Euro für die Elektrifizierung, die sich Bund und Land gleichmäßig untereinander aufteilen", sagte ein Sprecher des für Verkehr zuständigen Landeshauptfrau-Stellvertreters Stefan Schnöll (ÖVP) am Freitag zur APA. "Planung, Genehmigung und Ausschreibung sollen bis 2030 abgeschlossen sein, die Oberleitungen in der Folge bis 2032 errichtet werden."
Statt Dieseltriebwagen
Der Bund sichert dem Land Salzburg außerdem eine Mitfinanzierung bei der Umstellung von Dieseltriebwagen auf elektrische Zuggarnituren zu. "Die Ausschreibung für das neue Wagenmaterial wird aktuell vorbereitet und soll bald starten." Im Büro von Schnöll rechnet man mit einem weiteren zweistelligen Millionenbetrag für den Kauf von neun vierteiligen Triebfahrzeugen. Um Kostenvorteile zu erzielen, werde eine gemeinsame Fahrzeugbeschaffung mit Privatbahnen anderer Bundesländer überlegt.
Die Pinzgauer Lokalbahn führt vom Bahnhof Zell am See bis nach Vorderkrimml und ist rund 53 Kilometer lang. Die Schmalspurbahn gehört seit 2008 dem Land Salzburg und wird von der Salzburg AG betrieben. Beim Hochwasser im Juli 2021 wurden große Teile der Trasse zwischen Niedernsill und der Endstation zerstört.
Wiederaufbau nach Hochwasser
Seit Mitte 2024 fährt die Bahn zwar wieder nach Mittersill, die Arbeiten am Abschnitt bis Hollerbach wurden aber erst heuer wieder aufgenommen. Wann sie fertiggestellt werden, ist unklar. Die Arbeiten müssen mit dem Hochwasserschutzprojekt in Hollersbach abgestimmt werden. Der gesamte Wiederaufbau der Strecke dürfte knapp 50 Millionen Euro kosten, rund 30 Millionen entfallen dabei auf den noch nicht wieder instandgesetzten Abschnitt bis zur Endhaltestelle. Auch hier beteiligt sich der Bund an den Kosten.
"Wir haben es geschafft, das Investitionsprogramm für Privatbahnen trotz erheblichen Spardrucks spürbar aufzustocken. Davon profitieren jene Projekte, für die auch die Länder ihren Beitrag zusichern", teilte Verkehrsminister Peter Handke (SPÖ) am Freitag mit. "Wer im Pinzgau lebt, pendelt oder Urlaub macht, hat genauso Anspruch auf eine verlässliche und zeitgemäße Bahn wie jemand in der Stadt."