Großbaustelle

Café Hummel fürchtet 30 Prozent weniger Umsatz

© Peter Gugerell
Bis weit ins Jahr 2027 wird rund um das Café Hummel gebaut. Für den Traditionsbetrieb wird das zur Belastungsprobe. Neben möglichen Umsatzeinbußen sorgt vor allem die Unsicherheit über den Baustart für Ärger.
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Auf das Café Hummel in der Josefstadt kommen schwierige Monate zu. Direkt vor dem Traditionslokal wird der Josef-Matthias-Hauer-Platz umfassend umgebaut. Auch die Verkehrsführung und die Straßenbahnhaltestelle werden verändert. Inhaberin Christina Hummel rechnet in besonders intensiven Bauphasen mit Umsatzeinbußen von bis zu 30 Prozent. Sorgen bereitet ihr aber nicht nur die Baustelle selbst, sondern auch die Unsicherheit über den Zeitplan.

Ursprünglich war ein Baustart im September angekündigt. Anfang September fand deshalb im Café Hummel eine Informationsveranstaltung mit Vertretern der Wirtschaftskammer, der Bezirksvorstehung und der Stadt statt. Doch selbst dort war noch nicht klar, wann die Arbeiten tatsächlich beginnen. Mittlerweile wird der 29. September als Start der ersten Bauphase genannt.

Planung wird zur Herausforderung

Für Hummel sind solche Verschiebungen mehr als eine Kleinigkeit. Personal muss eingeteilt, Ware bestellt und Veranstaltungen müssen geplant werden. "Für uns macht es einen enormen Unterschied, ob die Baustelle im September, im Oktober oder noch später tatsächlich vor unserer Tür beginnt", sagt die Gastronomin im Gespräch mit dem Online Magazin Gastro.News. Sie fordert deshalb möglichst früh verlässliche Informationen.

Der Zugang zum Lokal soll während der Arbeiten erhalten bleiben. Dennoch befürchtet Hummel weniger Gäste. Lärm, Staub, Absperrungen und geänderte Wege könnten Besucher abschrecken. Gerade bei einem Lokal, das unmittelbar an die Baustelle grenzt, könne sich das schnell auf die Frequenz auswirken.

Fixkosten laufen weiter

Besonders problematisch wäre ein länger anhaltender Umsatzrückgang. Denn während weniger Gäste kommen könnten, bleiben viele Ausgaben unverändert. Kosten für Mitarbeiter, Miete und Energie lassen sich nicht einfach im selben Ausmaß reduzieren.

Hinzu kommt die lange Dauer des Projekts. Die Arbeiten erfolgen in mehreren Etappen und sollen sich bis weit ins Jahr 2027 ziehen. Hummel wünscht sich deshalb einen engen Austausch zwischen Stadt, Bezirk und den betroffenen Betrieben.

Ihre Kritik versteht sie nicht als Ablehnung der Umgestaltung. Das Verhältnis zum Bezirk und zu Bezirksvorsteher Martin Fabisch sei gut. Auch einer möglichen Aufwertung des Grätzls nach Abschluss der Arbeiten kann Hummel etwas abgewinnen. Bis dahin müsse es aber darum gehen, die wirtschaftlichen Folgen für die Betriebe möglichst gering zu halten.

Café will Gäste bei Laune halten

Beim Café Hummel will man sich von der Baustelle dennoch nicht unterkriegen lassen. Während der Arbeiten sind besondere Aktionen für die Gäste geplant, Details will Hummel noch nicht verraten. "Wir werden uns für unsere Gäste etwas einfallen lassen", kündigt sie gegenüber Gastro.News an. Gleichzeitig hofft sie auf die Treue der Stammgäste. Das Café werde auch während der langen Bauphase geöffnet bleiben. "Wir werden weiterhin jeden Tag für unsere Gäste da sein. Baustelle hin oder her."