Sorgen vor Brasilien-GP

Chaos-Rennen droht: Verstappen setzt auf "Antivirus"

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Vor dem Großen Preis von Brasilien drohen in Interlagos schwierige Wetterbedingungen mit heftigen Regenschauern. Max Verstappen zeigt sich dennoch zuversichtllich und hat sein Erfolgs-Geheimnis verraten.
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Bei der offiziellen FIA-Pressekonferenz am Donnerstag reagierte Weltmeister Max Verstappen mit reichlich Galgenhumor auf die Frage nach möglichen Software-Pannen im Nassen. Die Erinnerungen an das Saisonrennen in Malaysia sitzen im Fahrerlager noch tief. Damals sorgte ein schwerer Fehler in der standardisierten FIA-Einheitssoftware für beispiellose Chaos-Szenen auf dem Kurs in Sepang. Bei extrem nassen Bedingungen waren mehrere Boliden während der Formationsrunden hinter dem Safety-Car plötzlich ohne Vortrieb geblieben. Ein ähnliches Szenario droht auch am Sonntag (ab 18 Uhr im oe24-LIVE-TICKER) in Sao Paulo.

Das System versagte nach Temporeduzierungen den Dienst und blockierte die erneute Leistungsabgabe der hochkomplexen Antriebseinheiten komplett. Neben Lewis Hamilton, der damals völlig überraschend auf der Strecke stehenblieb, zählte auch Max Verstappen zu den Leidtragenden der Systempanne. Der Super-Bulle konnte aber nach dem Start-Schock dennoch das Rennen gewinnen.

Piloten wurden bereits gewarnt

Angesichts der aktuellen Wetterprognosen für São Paulo, die für das gesamte Rennwochenende Regen ankündigen, wurden die Piloten auf die drohenden Herausforderungen angesprochen. Der vierfache Weltmeister aus den Niederlanden zeigte sich dabei gut aufgelegt und sorgte mit einer schlagfertigen Antwort für Gelächter im Presseraum.

"Ich habe ein Antivirenprogramm auf meinem Auto installiert, mir wird also nichts passieren", scherzte Verstappen in Anspielung auf die damalige Technik-Krise. Der Red-Bull-Star nahm damit die FIA auf die Schaufel, die nach dem Fiasko von Sepang unter enormem Druck gestanden war.

Stichelei gegen Racing-Bulls-Rookie Lindblad

Verstappen beließ es am Donnerstag jedoch nicht bei Selbstironie, sondern nahm auch gleich noch die Konkurrenz aus dem eigenen Lager ins Visier. Arvid Lindblad, Pilot des Schwesterteams Racing Bulls, äußerte zuvor vor versammelter Presse die Hoffnung, dass die damaligen Softwareprobleme endgültig behoben seien und bei neuerlichem Regen alles glattlaufen werde.

Max Verstappen beruhigt Racing Bull Arvid Lindblad. © IMAGO/DeFodi Images

Der Weltmeister schaltete sich prompt dazwischen und erinnerte den Nachwuchsfahrer trocken an die gemeinsamen Komponenten beider Rennställe. "Du fährst mit derselben Software, Kumpel. Mach dir also mal keine Sorgen", spottete Verstappen in Richtung seines Markenkollegen. Da beide Teams auf identische Komponenten setzen, würde ein erneuter Software-Fehler unweigerlich beide Rennställe zeitgleich treffen.

Der Automobil-Weltverband hatte nach dem Sepang-Vorfall umgehend ein umfassendes Software-Update nachgeliefert, um ein Wiederaufflackern der Startabbrüche zu verhindern. Dennoch bleibt die Anspannung vor dem Brasilien-Grand-Prix spürbar. Die Kombination aus der anspruchsvollen Berg- und Talbahn von Interlagos, unberechenbaren Tropenschauern und den hochsensiblen Antriebssträngen stellt Teams wie Piloten vor eine echte Zerreißprobe. Ob Verstappens digitales "Antivirenprogramm" im Ernstfall hält, wird sich auf der nassen Piste zeigen.