Die Veröffentlichung der neuen Memoiren von Earl Spencer über seine Schwester Prinzessin Diana (ab dem 22.9. auch bei uns im Handel) hat für erhebliche Spannungen im britischen Königshaus gesorgt. Stein des Anstoßes ist die angebliche Aussage von König Charles kurz nach Dianas Ableben, man werde sie schon bald vergessen. Nachdem ein Sprecher des Buckingham-Palastes am Mittwoch mit einer ungewöhnlichen Erklärung reagierte, schlägt der Adlige nun mit harten Worten zurück.
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Palast spricht über Trauer
In der Erklärung aus London wurde zwar betont, dass Bücher grundsätzlich nicht kommentiert werden, dennoch ging der Palast inhaltlich auf die Anschuldigungen ein.
Laut der Mitteilung des Palastes könne brüderliche Trauer selbst nach vielen Jahren: Die menschliche Vernunft trüben, das Urteilsvermögen nachhaltig beeinträchtigen und die Erinnerung auf eine Weise verfärben, die andere nicht wiedererkennen
Schwere Vorwürfe gegen Monarchen
Dianas Bruder bezeichnete dieses Vorgehen gegenüber "The Mail on Sunday" als sogenanntes Gaslighting und sparte nicht mit Kritik am Königshaus: "Es passiert nicht jeden Tag, dass man aufwacht und feststellt, dass man vom König manipuliert wurde." Die Reaktion sei erstaunlich provokant und ein Schlag unter die Gürtellinie, da man ihn als Lügner darstelle, ohne die getätigten Vorwürfe direkt zu dementieren.
Zudem nannte er das Statement eine schlechte Nachahmung des bekannten Ausspruchs der verstorbenen Queen Elizabeth II. bezüglich unterschiedlicher Erinnerungen nach dem Oprah-Winfrey-Interview. Gleichzeitig zeigte er sich sicher: "Diana würde bei diesem Buch vor Freude jubeln."
Lautstarker Streit vor Beerdigung
In einem am Freitag veröffentlichten Auszug eines BBC-Interviews unterstrich der Earl nochmals, dass er die Wahrheit sage, und nannte die Aussagen des Königs über Diana ungeheuerlich. Bei dem damaligen Streit über die Beisetzung und die Rolle der Söhne sei Charles völlig ausgerastet und habe der Familie Spencer unzureichendes Pflichtbewusstsein vorgeworfen. Nach einer langen Schimpftirade habe er lediglich zugehört und gehofft, Charles würde sich wieder beruhigen.