Seltenes Metall
Chinesischer Konzern will Hafnium aus dem Mühlviertel
Mühlviertel. Der chinesische Technologiekonzern JPTech plant im Gewerbepark Bad Leonfelden die Produktion von hochreinem Hafnium. Das seltene Metall ist international stark gefragt und hat sich innerhalb eines Jahres deutlich verteuert. Innerhalb der Europäischen Union wird Hafnium bislang nur an einem Standort in Frankreich hergestellt. Mit dem neuen Werk will JPTech seine Position auf dem europäischen Markt ausbauen.
Hafnium ist ein silbrig glänzendes Metall, das in der Natur nur in sehr geringen Mengen vorkommt. Es wird nicht eigens abgebaut, sondern fällt vor allem bei der Verarbeitung von Zirkonium an. Anschließend muss es in einem aufwendigen Verfahren davon getrennt werden. Aufgrund seiner hohen Hitzebeständigkeit kommt Hafnium unter anderem bei Speziallegierungen in der Luft- und Raumfahrt sowie in der Halbleiterindustrie und Nukleartechnik zum Einsatz.
Preis innerhalb eines Jahres stark gestiegen
Das knappe Angebot und die hohe Nachfrage haben den Preis zuletzt deutlich nach oben getrieben. Bei einem Händler kostet ein Kilogramm Hafnium derzeit rund 12.500 US-Dollar. Vor einem Jahr waren es noch etwa 4.700 Dollar. Damit hat sich der Preis innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Zusätzlich haben chinesische Exportbeschränkungen das Angebot auf dem internationalen Markt verknappt.
Als die Pläne für die Produktion in Bad Leonfelden bekannt wurden, sorgten sie zunächst für Verunsicherung. Weil Hafnium auch in der Nukleartechnik verwendet wird und bei der Herstellung chemische Verarbeitungsschritte notwendig sind, gab es in der Bevölkerung Bedenken hinsichtlich möglicher Radioaktivität und Schadstoffe.
Rund 20 neue Arbeitsplätze geplant
Bürgermeister Thomas Wolfesberger (ÖVP) erklärte, Hafnium sei zuvor vielen Menschen praktisch unbekannt gewesen. Bei einer Informationsveranstaltung wurden deshalb Grundstücksnachbarn und weitere Anrainer über das Projekt informiert. Die Verantwortlichen hätten dort offene Fragen beantwortet und die Bedenken aus Sicht des Bürgermeisters ausräumen können.
JPTech will das Hafnium in Bad Leonfelden künftig in hochreiner Form herstellen. In einer ersten Ausbaustufe sind rund 20 hochqualifizierte Arbeitsplätze vorgesehen. Mit der Ansiedlung könnte das Mühlviertel damit zu einem der wenigen europäischen Produktionsstandorte für das seltene und wertvolle Metall werden.