Tag und Nacht Krach

Dauerlärm im Nordbahnviertel: Bewohner am Limit

© ÖBB
Entlang der S-Bahn-Strecke klagen Anrainer über starken Bahnlärm und fordern entsprechende Maßnahmen. Die Bezirksvorstehung nimmt die ÖBB in die Pflicht, die jedoch wollen nichts von der Geräuschbelästigung wissen.
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Wo eigentlich Idylle herrschen sollte, erhitzen zunehmend die Gemüter. Die Rede ist vom Nordbahnviertel, wo lautes Rattern und Quietschen der vorbeifahrenden Schnellbahnzüge etliche Bewohner auf die Barrikaden bringt. Sie berichten, dass die Störgeräusche sogar in ihren Wohnungen zu hören sind. Besonders nach den Sanierungsarbeiten an der S-Bahn-Stammstrecke zwischen Praterstern und Traisengasse soll sich die Situation verschlimmert haben. Eine Bürgerinitiative will jetzt eine genaue Untersuchung der betroffenen Streckenabschnitte und fordert wirksame Maßnahmen gegen den Krach.

Die ÖBB weisen die Vorwürfe zurück und betonen, dass die modernisierten Gleisanlagen regelmäßig überprüft würden. Dabei seien bis dato keine technischen Defekte festgestellt worden. Auch die gemessenen Schallwerte würden sich laut Bahnunternehmen im üblichen Rahmen bewegen. Inzwischen hat sich der Bezirk in Person von Alexander Nikolai (SPÖ) eingeschaltet. "Die Leute verlangen eine Schutzwand oder eine Lärmentwicklungswand oder dementsprechend einen Umbau der Weiche, die das Problem verursacht", betonte der Bezirksvorsteher im ORF. Er stehe mit den ÖBB in Kontakt, um gemeinsam nach passenden Lösungen für alle Parteien zu suchen.

Das Nordbahnviertel im Norden Wiens. © ÖBB/Luftbild Redl

Weitere Unruhe in die Debatte bringen Berichte über eine Anhebung der Zuggeschwindigkeiten - Anrainer besagten Abschnitts befürchten dadurch eine weitere Zunahme des Lärms. Konkret sollen Züge künftig über 20 km/h zulegen, wenn sie das Nordbahnviertel passieren. Vor diesem Hintergrund werden langsam, aber sicher Stimmen laut, die meinen, dass erste Betroffene das Vorzeigeviertel bereits verlassen wollen.