August-Trick
Geranien nicht wegwerfen: So blühen sie nächstes Jahr wieder
Im Sommer schmücken sie unsere Balkone, doch nach der Blüte landen viele Geranien im Müll. Dabei ist das pure Verschwendung: Geranien sind mehrjährig und lassen sich erstaunlich einfach überwintern und sogar vermehren. Wer jetzt ein wenig Zeit investiert, kann sich im nächsten Jahr wieder über üppige Blüten freuen, ganz ohne neue Pflanzen kaufen zu müssen.
Darum ist jetzt der perfekte Zeitpunkt
Der Spätsommer, insbesondere der August, ist der beste Zeitpunkt, um Geranien-Stecklinge zu schneiden. Die Mutterpflanze steht jetzt noch voll im Saft und hat reichlich Kraft. Die Triebe sind weder zu weich noch zu stark verholzt, die perfekten Bedingungen also, damit die kleinen Ableger vor der kalten Jahreszeit noch starke, gesunde Wurzeln bilden können,
So funktioniert der August-Trick
Sie brauchen dafür keinen grünen Daumen, nur eine Gartenschere, ein wenig Anzuchterde und 10 Minuten Zeit. So geht's:
- Suchen Sie sich an Ihrer schönsten Geranie einen gesunden, kräftigen Trieb aus, der im Idealfall gerade keine Blüten oder Knospen trägt.
- Schneiden Sie einen etwa 10 Zentimeter langen Trieb ab. Wichtig: Setzen Sie den Schnitt mit einem scharfen, sauberen Messer direkt unterhalb eines Blattknotens (Nodie) an. Aus dieser Stelle sprießen später die neuen Wurzeln besonders leicht.
- Knipsen Sie die unteren Blätter des Stecklings vorsichtig ab. Es sollten nur etwa 3 bis 4 Blätter an der Spitze stehen bleiben. Das reduziert die Verdunstung und die Pflanze kann ihre ganze Energie in die Wurzelbildung stecken.
- Lassen Sie die Schnittstelle für ein bis zwei Stunden an der Luft antrocknen. Das versiegelt die "Wunde" und beugt Fäulnis in der feuchten Erde vor.
- Stecken Sie die vorbereiteten Triebe etwa zwei bis drei Zentimeter tief in kleine Töpfe mit nährstoffarmer Anzuchterde (Aussaaterde). Normale, stark vorgedüngte Blumenerde ist tabu, sie würde die zarten, neuen Wurzeln "verbrennen".
- Gießen Sie die Stecklinge leicht an. Eine übergestülpte, durchsichtige Plastiktüte oder ein Zimmergewächshaus sorgt für die perfekte Luftfeuchtigkeit. Achtung: Regelmäßig lüften, um Schimmelbildung zu vermeiden.
Die Pflege: Vom Herbst bis zum Frühjahr
Stellen Sie die Töpfchen nun an einen hellen, warmen Ort (ohne pralle Mittagssonne). Nach etwa drei bis vier Wochen hat der Steckling Wurzeln gebildet. Sie erkennen dies daran, dass der kleine Trieb anfängt, neue Blättchen auszubilden.
Sobald im Herbst die Nächte spürbar kühler werden und der erste Frost droht, ziehen die jungen Geranien in ihr Winterquartier um. Optimal ist ein heller, kühler Raum mit Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad Celsius, zum Beispiel ein unbeheiztes Treppenhaus, ein kühler Flur oder ein helles Kellerfenster. Gießen Sie über den Winter nur sehr sparsam. Die Erde darf nie komplett austrocknen, aber Staunässe bedeutet den sicheren Tod für die Jungpflanzen.
Gratis Blütenfreude
Sobald im Frühjahr die Tage wieder länger werden, können Sie Ihre selbstgezogenen Pflanzen in frische, nährstoffreiche Blumenerde umtopfen und etwas wärmer stellen. Nach den Eisheiligen Mitte Mai dürfen die kräftigen Jungpflanzen dann endlich raus ins Freie. Das Ergebnis? Ein wunderschönes Blütenmeer auf Ihrem Balkon, strahlende Farben Ihrer Lieblingssorten und ein Geldbeutel, der sich freut.