Achtung

Schnecken sind zurück: Diese Mittel dürfen Sie nicht verwenden

Braune Nacktschnecke frisst Löcher in grünes Salatblatt im Gemüsegarten.
© Getty Images
Nach den ungewöhnlich nassen Tagen sind sie plötzlich wieder überall: Nacktschnecken. Besonders Salat, Kräuter und junge Pflanzen haben jetzt ordentlich unter dem feuchten Wetter zu leiden. Doch nicht jedes Mittel, das Schnecken beseitigen soll, darf im Garten auch tatsächlich eingesetzt werden.
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Wer in diesen Tagen durch den Garten geht, entdeckt sie vermutlich wieder: Schnecken kriechen über Wege, sitzen unter Blättern und machen sich über frisch gepflanztes Gemüse her. Viel Regen und dauerhaft feuchte Böden schaffen ideale Bedingungen für die Tiere. Gerade nach einer längeren nassen Wetterphase kann die Schneckenpopulation im Garten daher plötzlich deutlich sichtbarer werden. Doch bei der Bekämpfung gilt: Nicht jedes Mittel aus dem Internet, dem Gartencenter oder aus alten Hausmittel-Tipps ist automatisch erlaubt oder sinnvoll.

Nicht jedes Schneckenkorn ist erlaubt

Eine braune Nacktschnecke frisst an einem grünen Salatblatt im Garten.
Eine braune Nacktschnecke frisst an einem grünen Salatblatt im Garten. © Getty Images/iStockphoto

In Österreich dürfen nur Pflanzenschutzmittel verwendet werden, die vom Bundesamt für Ernährungssicherheit (BAES) zugelassen sind. Welche Produkte aktuell erlaubt sind, lässt sich im offiziellen Pflanzenschutzmittelregister nachschauen. Entscheidend ist dabei nicht nur der Wirkstoff, sondern auch, für welche Anwendung das konkrete Produkt zugelassen wurde.Ein Blick auf ältere Schneckenkorn-Produkte kann deshalb zu Verwirrung führen: Was früher im Handel erhältlich war, muss heute nicht mehr zugelassen sein.

Methiocarb ist verboten

Ein Beispiel ist Methiocarb. Der Wirkstoff wurde wegen seiner hohen Giftigkeit für andere Lebewesen bereits 2014 EU-weit verboten. Schneckenkorn mit diesem Wirkstoff gehört deshalb nicht in den heutigen Garten. Auch bei älteren Produkten lohnt sich daher ein genauer Blick auf die Verpackung. Ein altes Mittel aus dem Gartenschuppen sollte nicht einfach verwendet werden, nur weil es früher einmal zugelassen war.

Eisen-III-Phosphat: Eine zugelassene Alternative

Schneckenkorn mit Eisen-III-Phosphat ist dagegen aktuell in verschiedenen zugelassenen Produkten für den Haus- und Kleingarten zu finden. Ein Beispiel ist ein in Österreich erhältliches Schneckenkorn mit entsprechender Zulassungsnummer. Der Wirkstoff gehört zu den sogenannten Wirkstoffen mit geringem Risiko. Trotzdem gilt auch hier: Das jeweilige Produkt muss entsprechend der Gebrauchsanleitung angewendet werden. Und wichtig: Auch ein vergleichsweise umweltverträgliches Schneckenkorn unterscheidet nicht zuverlässig zwischen "schädlichen" und "nützlichen" Schnecken. Wer möglichst naturnah gärtnern möchte, sollte deshalb zunächst andere Methoden ausprobieren.

Finger weg von selbst gemischten Gift-Cocktails

Besonders problematisch sind selbst zusammengemischte Mittel oder Produkte, die ursprünglich für einen völlig anderen Zweck gedacht sind. Bei Pflanzenschutzmitteln gilt in Österreich: Die Anwendung muss durch die Zulassung gedeckt sein. Wer irgendeinen Stoff gegen Schnecken im Garten einsetzt, hat damit nicht automatisch ein erlaubtes Pflanzenschutzmittel hergestellt. Auch vermeintliche Geheimtipps aus sozialen Medien sollten deshalb kritisch gesehen werden.

Nach einer besonders nassen Woche sind Nacktschnecken wieder verstärkt unterwegs, doch im Kampf gegen sie sollten Sie nicht jedes Mittel aus dem Regal oder aus einem Internet-Tipp verwenden.

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