Das ist zu tun
Sturmschäden? Mit diesen SOS-Tipps retten Sie Ihren Garten
Ein heftiger Sturm mit Starkregen kann ein liebevoll gepflegtes Gartenparadies innerhalb weniger Minuten in ein wahres Schlachtfeld verwandeln. Doch keine Sorge: Die Natur ist erstaunlich robust. Mit ein wenig Unterstützung kommt Ihr Garten schnell wieder zu Kräften. Wir zeigen Ihnen, welche Maßnahmen jetzt wichtig sind und wie Ihr Garten schon bald wieder in neuem Glanz erstrahlt.
Schritt 1: Sicherheit geht vor
Bevor Sie sich in die Aufräumarbeiten stürzen, gilt: Ihre Sicherheit ist das Wichtigste. Prüfen Sie unbedingt, ob Stromleitungen beschädigt wurden oder große Äste lose in den Baumkronen hängen. Bevor Sie auch nur einen Ast wegräumen, zücken Sie Ihr Smartphone und dokumentieren Sie die Verwüstung mit Fotos.
Schäden am Carport, an Zäunen oder Gewächshäusern deckt in der Regel die Wohngebäudeversicherung ab (sofern Elementarschäden eingeschlossen sind). Weggewehte Gartenmöbel oder Trampoline fallen hingegen unter die Hausratversicherung. Wenn dicke Äste in Baumkronen hängen oder große Bäume gefährlich schief stehen, rufen Sie einen Experten (z.B. einen Baumpfleger). Als Baumbesitzer haben Sie nämlich eine "Verkehrssicherungspflicht". Sie müssen sicherstellen, dass Ihr Baum beim nächsten Windstoß nicht auf das Nachbarhaus oder die Straße stürzt.
Schritt 2: Erste Hilfe für Bäume und Sträucher
Wenn die gröbste Gefahr gebannt ist, beginnen Sie mit dem Aufräumen. Entfernen Sie abgebrochene Äste, weggewehtes Laub und sogar heruntergefallenes Obst aus dem Gras, sonst droht schnell Fäulnis. Sind Äste an Ihren Sträuchern oder Bäumen abgeknickt, schneiden Sie diese mit einer scharfen Säge oder Schere glatt ab. Bei Bäumen sollte der Schnitt direkt am sogenannten Astring (der kleinen Verdickung am Astansatz) erfolgen. So kann die Pflanze die Wunde am besten überwallen.
Hat der Sturm ordentlich am Stamm gerüttelt? Kontrollieren Sie den Boden rund um den Baum. Wenn sich die Erde dort stark aufwölbt, könnte der Baum seine Verankerung im Boden verloren haben und nicht mehr standsicher sein. Kleinere Bäume können Sie jetzt noch mit einer stützenden Pfahl-Konstruktion retten.
Schritt 3: Das große Pflanzen-Revival in Beet und Topf
Hat Starkregen Schlamm auf die Blätter gespült? Waschen Sie Ihre Pflanzen vorsichtig mit einem weichen Wasserstrahl ab. Pflanzen müssen atmen können und brauchen Licht für die Fotosynthese, eine Dreckschicht verhindert das. Bei Stauden, deren Stiele stark abgeknickt sind, hilft keine Sentimentalität: Schneiden Sie sie zurück. Das mag kurz wehtun, fördert aber oft eine rasche Bildung von neuen Trieben und Blüten.
Viele Pflanzen wurden vom Wind und Starkregen nur zu Boden gedrückt, haben aber keine gebrochenen Stängel. Hier gilt: Abwarten. Die meisten richten sich nach ein paar Sonnentagen von ganz alleine wieder auf. Wer mag, kann schwere Blütenköpfe sanft mit Stäben hochbinden.
Wenn Töpfe oder Kübel überschwemmt wurden, gießen Sie sofort das überschüssige Wasser ab. Ist die Erde extrem nass, lohnt sich ein Blick auf die Wurzeln: Sind sie hell und fest, ist alles gut. Sind sie jedoch schwarz und matschig, hat bereits die Fäulnis eingesetzt. Schneiden Sie verfaulte Wurzeln ab und setzen Sie die Pflanze in frische Erde.
Schritt 4: Atempause für den Boden
Nach heftigem Starkregen ist der Gartenboden oft völlig verdichtet und "verschlämmt". Das Wasser kann nicht mehr abfließen, und den Wurzeln droht der Erstickungstod. Sobald die Erde etwas abgetrocknet ist, sollten Sie die obersten 3 bis 4 Zentimeter des Bodens (z.B. mit einer Harke) flach auflockern. Das bringt wieder lebensrettenden Sauerstoff an die Wurzeln.
Die massiven Wassermassen spülen extrem viele Nährstoffe (besonders Stickstoff) aus der Erde in tiefere Schichten, wo sie für die Pflanzen unerreichbar sind. Helfen Sie jetzt mit schnell verfügbarem organischem Dünger, Kompost oder Hornmehl nach, um Ihren Pflanzen einen ordentlichen Energie-Boost für die Regeneration zu geben.
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