SOS-Tipps
Rasen braun, Hortensien verbrannt: Was sich nach dem Sommer noch im Garten retten lässt
Der Sommer 2026 war einer der trockensten überhaupt und gleichzeitig einer der wärmsten der vergangenen 260 Jahre. Braune Wiesen und ausgetrocknete Böden prägten in vielen Regionen das Bild. Gerade jetzt Ende August lohnt sich deshalb ein genauer Blick in den Garten: Manche Pflanzen brauchen lediglich Geduld, andere sollten gezielt unterstützt werden – und bei einigen Schäden hilft tatsächlich nur noch ein Neustart.
Brauner Rasen ist oft noch lange nicht tot
Die gute Nachricht zuerst: Ein vertrocknet aussehender Rasen muss nicht automatisch kaputt sein. Bei länger anhaltender Trockenheit stellt Gras sein Wachstum ein und wird braun. Die Wurzeln können unter der Erde trotzdem weiterleben und bei ausreichend Regen wieder austreiben.
Auch die Wiener Stadtgärten betonen, dass braune Wiesenflächen nach Hitzeperioden meist nicht dauerhaft geschädigt sind und sich relativ rasch wieder erholen können. Es empfiehlt sich deshalb, Rasen während Trockenphasen nicht zwanghaft grün zu halten: Gut etablierte Flächen erholen sich normalerweise wieder, sobald ausreichend Niederschlag fällt.
Wer testen möchte, ob der eigene Rasen noch lebt, kann einen einfachen Zugtest machen. Lässt sich das Gras samt Wurzeln leicht aus dem Boden ziehen, ist die betroffene Stelle wahrscheinlich abgestorben. Sitzen die Halme hingegen noch fest, bestehen gute Chancen auf Erholung.
Wichtig ist jetzt außerdem: Den Rasen nicht extrem kurz mähen. Etwas längere Halme beschatten den Boden und helfen dabei, Feuchtigkeit länger zu speichern. Dünger sollte während extremer Trockenheit ebenfalls nicht großzügig ausgebracht werden. Erst wenn die Hitze gebrochen ist und wieder regelmäßig Regen fällt, kann eine herbstliche Pflege sinnvoll werden.
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Verbrannte Hortensien: Nicht vorschnell abschneiden
Deutlich empfindlicher als Rasen reagieren Hortensien auf Hitze und Wassermangel. Ihre großen Blätter verdunsten viel Wasser, gleichzeitig leiden Blüten und Blattränder schnell unter intensiver Sonne.
Braune Blüten und verbrannte Blattränder bedeuten jedoch nicht automatisch, dass der gesamte Strauch abgestorben ist. Sind Triebe unter der Rinde noch grün und fühlen sich biegsam an, lebt die Pflanze meist weiter.
Jetzt sollte man vor allem darauf achten, die Wurzeln gleichmäßig mit Feuchtigkeit zu versorgen. Dabei nicht täglich ein wenig gießen, sondern seltener und dafür durchdringend. Eine Mulchschicht aus Laub, Rindenhumus oder anderem organischen Material kann zusätzlich helfen, Feuchtigkeit länger im Boden zu halten.
Einen radikalen Rückschnitt sollte man bei Hortensien Ende August hingegen vermeiden. Je nach Sorte sitzen bereits Knospen für die kommende Saison an den Trieben. Wer zu viel entfernt, riskiert deshalb, dass im nächsten Jahr weniger oder gar keine Blüten erscheinen.
Vertrocknete Stauden: Erst prüfen, dann entsorgen
Auch Stauden können nach diesem Sommer dramatischer aussehen, als ihr Zustand tatsächlich ist. Braune Blätter sind häufig eine Schutzreaktion auf Wassermangel: Die Pflanze reduziert ihre Oberfläche und damit den Wasserverlust.
Ein einfacher Test hilft: Einen Trieb leicht anritzen. Ist das Gewebe darunter noch grün, besteht weiterhin Leben. Auch kleine neue Triebe nahe der Bodenoberfläche sind ein gutes Zeichen.
Bei Pflanzen, die noch leben, kann abgestorbenes Pflanzenmaterial vorsichtig entfernt werden. Ein starker Rückschnitt ist bei Hitze allerdings nicht immer sinnvoll, weil er die Pflanze zusätzlich stressen und neues, empfindliches Wachstum provozieren kann.
Kübelpflanzen brauchen jetzt besondere Aufmerksamkeit
Pflanzen in Töpfen und Balkonkästen haben den Sommer häufig besonders schlecht verkraftet. Ihr Wurzelraum ist begrenzt, und die Erde trocknet erheblich schneller aus als im Beet.
Vertrocknete Blätter können entfernt werden. Wichtig ist anschließend, den Wurzelballen zu überprüfen. Ist die Erde so stark ausgetrocknet, dass Wasser beim Gießen sofort an den Seiten vorbeiläuft, kann es helfen, den Topf für einige Minuten langsam zu wässern, damit sich das Substrat wieder gleichmäßig vollsaugt.
Während Hitzeperioden benötigen Kübelpflanzen teilweise täglich Wasser. Sinnvoll ist das Gießen am frühen Morgen oder am Abend, damit möglichst wenig Wasser verdunstet.
Tägliches Gießen kann sogar kontraproduktiv sein
Mehr Wasser ist nicht automatisch besser. Der Österreichische Biodiversitätsrat warnt davor, viele Gartenpflanzen dauerhaft täglich zu gießen. Dadurch können sich Wurzeln verstärkt in den oberen Bodenschichten entwickeln und die Pflanzen werden langfristig anfälliger für Trockenheit.
Besser ist bei etablierten Pflanzen meist eine tiefgehende Bewässerung in größeren Abständen. Das fördert Wurzeln, die auch in tieferen Bodenschichten nach Feuchtigkeit suchen können.
Ausnahmen sind unter anderem frisch gesetzte Pflanzen, Gemüse und viele Kübelpflanzen, die deutlich häufiger kontrolliert werden müssen.
Jetzt sofort neu pflanzen? Besser noch etwas warten
So verlockend es ist, kahle Stellen sofort neu zu bepflanzen: Solange die Böden stark aufgeheizt und trocken sind, ist Ende August nicht immer der beste Zeitpunkt für größere Gartenumbauten.
Gartenexperten empfehlen, mit Rasenreparaturen und größeren Neupflanzungen zu warten, bis die größte Hitze vorbei ist. Der Herbst ist ohnehin für viele Gehölze und Stauden eine besonders geeignete Pflanzzeit. Die Pflanzen können dann bei niedrigeren Temperaturen Wurzeln bilden und sind bis zum nächsten Sommer besser etabliert.
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