Das sagt ÖSTERREICH

Der Beste hat gewonnen - jetzt braucht er Mut

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Ein Kommentar von oe24-Chefredakteur Niki Fellner.
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Die 15-stündige Stiftungsratssitzung war die negative Krönung eines völlig verkorksten ORF-Wahlkampfs. Selten hat die Politik derart plump versucht, Einfluss auf eine ORF-Wahl zu nehmen.

Trotz aller Polit-Scharmützel war dieses Bewerberfeld das kompetenteste, das sich jemals um den ORF-Chefposten beworben hat. Mit Clemens Pig hat der beste Kandidat gewonnen. Er ist nicht nur einer der profiliertesten Medienmanager des Landes, der genau weiß, wie und wo man bei einem Medienunternehmen sinnvoll einsparen kann.

Pig bringt mit seiner Digital- und KI-Expertise endlich auch jenes Profil mit sich, das dem ORF seit Jahren fehlt, um von einer verstaubten Rundfunkanstalt zu einem modernen, digitalen Medienhaus zu werden.

Das Paradoxe ist, dass ausgerechnet die politische Vereinnahmung der letzten Wochen, Pig zum bisher unabhängigsten ORF-Chef machen könnte. Denn die Politik wird sich in den nächsten Wochen hüten, bei den Direktorenposten mitzumischen, wenn sie keine Causa Wöginger 2.0 erleben will.

Wenn Clemens Pig mutig ist, dann sucht er sich jetzt erstmals in der ORF-Geschichte ein Direktoren-Team der besten Köpfe aus - ohne politische Seilschaften. Es wäre dem ORF zu wünschen – und der Politik würde es recht geschehen ...