AfD-Durchmarsch

Der blaue Aufstieg - und kein Ende?

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13 Jahre nach ihrer Gründung scheint die AfD im Herbst 2026 kaum mehr aufzuhalten. In Umfragen hat sie die Kanzlerpartei CDU im Bund abgehängt und bei den jüngsten Landtagswahlen in den ehemaligen ostdeutschen Bundesländern nicht nur die Christdemokraten zertrümmert, sondern auch die SPD auf die Plätze verwiesen. Woher kommt der blaue Aufstieg - und ist er überhaupt noch aufzuhalten?
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Im Gründungsjahr 2013 scheiterte die junge AfD noch ganz knapp an der 5-Prozent-Hürde des deutschen Bundestages.

Die Folge: Die Professoren-Partei um den Volkswirtschaftler Bernd Lucke entwickelte sich weiter zu einer geeichten Rechtspartei - die seitdem vielfältigen Protest aufsaugt: gegen Brüssel, für weniger Zuwanderung, gegen bedingungslose Ukraine-Solidarität oder für eine patriotische Wende.

Die Alternative für Deutschland ist von ihrer Gründung an bis heute im Schnitt in dritter Legislatur in jedes Parlament  - von der kleinsten Gemeinde in Deutschland, über die Länder zum Bund bis nach Brüssel - eingezogen. Bei der letzten Bundestagswahl 2025 holte sie rund 20 Prozent.

Wer wen halbiert

Einer hatte sich zum Ziel gesetzt, die Blauen irgendwann wieder zu halbieren: Friedrich Merz (70).

Bundeskanzler Friedrich Merz von der CDU. © IMAGO/Bildgehege

Gekommen ist es umgekehrt: Ich Sachsen-Anhalt wurde die CDU Anfang September von der AfD mehr als halbiert und in Mecklenburg-Vorpommern zum ersten Mal in ihrer Geschichte sogar aus dem Landtag katapultiert. Gegen die Partei scheint von bürgerlicher Unionsseite kein Kraut und keine Reformpläne der Bundesregierung gewachsen.

Nichtwähler gehen zur AfD

Die jüngsten Landtagswahlen zeigen auch, wie verzwickt die Lage aus Sicht der Union mit Blick auf die Konkurrenz von rechts ist. Sie hat nicht nur damit zu kämpfen, dass die AfD hauptsächlich Wähler von der CDU absaugt, sondern auch im Wartezimmer der Politik wesentlich besser mobilisieren kann als der christdemokratische Kampagnen-Apparat: Die meisten neuen AfD-Wähler kommen aus dem Lager der Nichtwähler!

Loyal Wähler und die Enttäuschten

Wer sich nun die Frage stellt, ob diese Entwicklung in Stein gemeißelt und unumkehrbar ist, der findet in der Wählerbindung eine mögliche Antwort.

Tino Chrupalla  und Alice Weidel. © EPA

Laut dem Meinungsforschungsinstitut Ipsos hat die AfD mittlerweile die loyalste Wählerschaft aller Parteien. 96 Prozent derjenigen, die bei der Bundestagswahl 2025 AfD gewählt haben, würden das auch wieder tun. Am geringsten ist die Loyalität bei den einstigen Volksparteien: Nur 60 Prozent würden ihre Stimme nach eineinhalb Jahren schwarz-roter Koalition wieder der SPD geben. Noch alarmierenden ist die Lage bei der CDU. Seit Merz Kanzler ist, würde jeder zweite nicht (!) mehr die CDU wählen.

Reformen und der Verfassungsschutz

Für die nächsten Jahren bedeutet das: Dreht sich das kleine Rad der Reförmchen in Deutschland lediglich mal hier mal da ein weniger weiter, wird sich an der Zustimmung zur AfD wohl kaum etwas ändern. Auch eine mögliche Einstufung des Verfassungsschutzes der Partei als gesichert rechtsextrem schreckt offensichtlich kaum einen Blauwähler davon ab, der AfD seine Stimme zu geben.

Das Feuer der Brandmauer

Es ist zu einer Grundsatzfrage geworden: Wie hältst Du es mit der AfD?

Diese Polarisierung nutzt den Rechten, sie mobilisiert für die Partei. Oder mit anderen Worten: Wer Brandmauern baut, der scheint dahinter nicht geschützt, er verbrennt sich offenbar nur die Finger.