FALL DER WOCHE

Die Nacht der blutigen Axt - die Hintergründe

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Unbegreiflich, unvorstellbar, unfassbar - das sind die Worte, die nach dem Mord-Drama in Friesach in Kärnten einzig im Raum stehen.
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Ktn. Die schrecklichen Geschehnisse, die sich in der Nacht auf Dienstag im Bezirk St. Veit an der Glan nördlich von Klagenfurt in einem knapp 5.000-Einwohner-Ort abgespielt haben, erschüttern nicht nur die  Gemeinde. Das ganze Land fragt sich weiterhin,  warum ein 27-Jähriger einen Kfz-Mechanikermeister (29) getötet und dessen 30-jährige Partnerin mit derselben Axt verletzt hat. Der mutmaßliche Täter - ein Konditor und  Ex-Freund der Frau und zweifachen Mutter - beging kurze Zeit danach durch einen absichtlichen Frontalzusammenstoß mit einem Lkw auf der S37 Suizid.

In diesem Wohnhaus kam es zur blutigen Tragödie. © Google

Horror in Wohnung um zwei Uhr in der Früh

Wie berichtet, war der nächtliche Angreifer um zwei Uhr in der Früh plötzlich in der Wohnung seiner Ex-Lebensgefährtin, einer Kosmetikerin, gestanden. Die beiden Kinder der Frau schliefen in einem Nebenraum, während der Mann mit der Axt im nächsten Moment auf die 30-Jährige einschlug, ohne sie dabei zum Glück lebensgefährlich zu verletzen. Danach richtete der Eindringling, der noch einen Zweitschlüssel für die Wohnung hatte, ihren neuen Freund, der nicht gleich erwacht war, noch im Bett liegend mit dem rund 80 Zentimeter langen Spalt-Beil wie ein Henker förmlich hin.

Traum vom Biobauern-Familie geplatzt

So zeichnete der Täter mit HIlfe der KI seine Zukunft als Biobauer und postete sie auf Instggram. Weil er sie nicht bekam, zog ereinen blutigen Schlusstrich. © Instagram

Zu erwähnen sei an dieser Stelle, dass der Killer der Vater der Tochter (im Volksschulalter) der Ex ist. Der etwas ältere Bruder soll aus einer früheren Beziehung stammen. Doch auch zu ihm soll der Zuckerbäcker einen sehr guten Draht gehabt haben. Was er den Kinderseelen mit dem Blutbad angetan hat, die - aus dem Schlaf erwacht ja doch viel zu vieles mitbekommen haben und ein Leben lang nicht vergessen werden - hat er im Blutrausch wohl nicht bedacht.

Zur Frage des Motivs steht wohl der große Traum des Angreifers im Zentrum. Der Traum von der Familie E. - er als Biobauer auf einem Hof mit vielen Tieren, der Frau und den beiden Kindern an seiner Seite - die ländliche Idylle pur. Genau dieses Bild zeichnete und postete er mit Hilfe der KI im Internet (siehe Foto oben). Das Anwesen samt Nandus, Schweinen, Moschus- und Laufenten dürfte er bereits gekauft haben. Sein Lebenstraum platzte aber in dem Moment, als die Frau ihn verließ. Sie wird ihre Gründe dafür gehabt haben.

Sie zog in ihre Wohnung zurück und ging eine Beziehung mit einem anderen ein, der 27-Jährige blieb allein und offenbar verrückt vor Verlust, Besitzdenken und Eifersucht zurück. Warum der Konditor am Dienstag letztendlich völlig auszuckte, ist derzeit noch rätselhaft - angeblich telefonierten die beiden Männer am Vortag miteinander. Ob es hier noch weitere (Hinter-)Gründe gab, die den Bürgermeister sogar zu der Formulierung hinreißen ließ, "keine vorschnellen Schlüsse zu ziehen und nicht vorzuverurteilen", bleibt abzuwarten.

In Friesach werden kommende Woche jedenfalls schweren Herzens zwei junge Männer, die alle kannten, zu Grabe getragen. Der Axt-Killer am Mittwoch, sein Opfer am Freitag. Eine weitere Horror-Woche für eine kleine Stadtgemeinde...