Wer unter der Woche früh aufstehen muss, freut sich oft auf den Samstag: endlich ausschlafen! Lange galt allerdings die Empfehlung, auch am Wochenende möglichst zur gewohnten Zeit aufzustehen.
Eine neue Studie liefert nun eine andere Perspektive. Forschende der Korea University in Seoul untersuchten die Schlafgewohnheiten von rund 40.000 Erwachsenen in Südkorea über sieben Jahre.
Dabei ging es um den sogenannten Schlafnachholbedarf – also den Unterschied zwischen der Schlafdauer an Wochentagen und am Wochenende.
Rund 90 Minuten mehr Schlaf waren optimal
Das Ergebnis ist überraschend: Menschen, die am Wochenende länger schliefen, hatten insgesamt ein um 6 Prozent geringeres Risiko für Bluthochdruck.
Besonders interessant wurde es bei der Frage, wie viel zusätzlicher Schlaf sinnvoll sein könnte. Wer am Wochenende rund eine Stunde und 27 Minuten länger schlief als unter der Woche, hatte ein rund 9 Prozent geringeres Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken.
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Bei körperlich inaktiven Menschen lag der Zusammenhang bei einem um 6,9 Prozent niedrigeren Risiko.
Die Studienautorin Dr. Nawon Lee erklärt: "Schlafmangel bedeutet zusätzlichen Stress für den Körper." Etwas mehr Schlaf am Wochenende könne dem Körper helfen, sich zu erholen und einen Teil dieses Stresses abzubauen.
Mehr Schlaf ist aber nicht immer besser
Wer jetzt glaubt, möglichst lange im Bett bleiben zu müssen, sollte allerdings nicht übertreiben.
Die Analyse deutet darauf hin, dass sich der mögliche positive Zusammenhang bei sehr großen Unterschieden zwischen Werktagen und Wochenende wieder abschwächt. Menschen, die am Wochenende mehr als vier Stunden länger schliefen als unter der Woche, wiesen sogar ein höheres Risiko für Bluthochdruck auf.
Wichtig: Daraus lässt sich nicht ableiten, dass vier Stunden zusätzlicher Schlaf Bluthochdruck verursachen. Die Studie zeigt lediglich einen statistischen Zusammenhang und keinen eindeutigen Ursache-Wirkungs-Beweis.
Regelmäßiger Schlaf bleibt wichtig
Die Ergebnisse sind daher kein Freibrief für völlig unregelmäßige Schlafzeiten. Ein möglichst regelmäßiger und ausreichender Schlafrhythmus bleibt wichtig.
Für Menschen, die unter der Woche zu wenig schlafen, könnte moderates Ausschlafen am Wochenende aber eine Möglichkeit sein, einen Teil des Schlafdefizits auszugleichen.
So lässt sich Bluthochdruck vorbeugen
Bluthochdruck betrifft weltweit mehr als 1,3 Milliarden Menschen. Er kann das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschäden erhöhen.
Neben ausreichend Schlaf spielen deshalb auch andere Faktoren eine Rolle. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt unter anderem regelmäßige Bewegung, ein gesundes Körpergewicht sowie eine ausgewogene und salzarme Ernährung.
Auch Nichtrauchen und ein maßvoller Umgang mit Alkohol können dazu beitragen, das Risiko für Bluthochdruck und dessen Folgen zu senken.