Politik-Insider

Der Zeiler-Poker in der SPÖ

Zwei Männer im Anzug vor rotem SPÖ-Hintergrund, einer hält ein rotes Buch.
© APA
Babler versammelt die Roten zur Wein-Klausur nach Mauerbach. Mehrheit für Zeiler. Aber keine Revolte.
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Tauziehen. Es ist eine malerische Kulisse, in der sich die Roten am Samstag und Sonntag zum Sonderpräsidium in Mauerbach treffen. Im Hotel Schlosspark Mauerbach kann man um 181 Euro pro Nacht (günstigste Kategorie) den Day-Spa samt Pool und Wellnessbereich nützen. Es sei eine "Ruheoase", wirbt das "Leading Spa Resorts".

Ob die krisengebeutelten Sozialdemokraten und ihr schwer angeschlagener SPÖ-Vorsitzender Andreas Babler dort wohl die Situation entspannen können?

Wohl kaum, sagen sämtliche Roten. Einen offenen Aufstand erwartet dort allerdings auch keiner. Auch wenn mit dem Top-Medienmanager Gerhard Zeiler erstmals jemand parat stehen würde, den auch die Wiener SPÖ unterstützen könnte.

In Mauerbach – Babler setzt gerne Klausuren in seinem Heimatbundesland Niederösterreich an – will er am Samstag ab 10.40 Uhr ein "Referat" über die Zielsetzung der Klausur halten. Abgesehen von den Problemen der europäischen Sozialdemokraten will der SPÖ-Vorsitzende laut Plan die Themen "sichere Gesundheitsversorgung vor Ort, Migration und Sicherheit, Gewaltschutz und Verkehrssicherheit" spielen. Also jene Bereiche, in denen die SPÖ Minister stellt oder streitet.

Ein SPÖ-Präsidiumsmitglied: "Die Klausur wird sicher damit beginnen, dass Doris Bures und Michael Ludwig wieder erklären werden, dass das alles ein Witz" sei und wieso es keine klaren Themen geben würde.

Das können die Roten dann auch noch beim Mittagsessen und bei der "Weinverkostung" ab 20.15 Uhr am Samstag noch debattieren.

Ein Mann im Anzug hält Unterlagen und steht neben einem schwarzen Auto auf einer Straße.
Kärntens Landeshauptmann Daniel Fellner. © APA/HELMUT FOHRINGER

Allzu viele Teilnehmer werden aber nicht erwartet. Kärntens Landeshauptmann Daniel Fellner – er übte zuletzt wiederholt scharfe Kritik an Babler – dürfte nur am Sonntag kurz vorbeischauen. Burgenlands Hans Peter Doskozil wird das Treffen wohl ebenso auslassen wie der steirische SPÖ-Chef Max Lercher.

Ein Mann im blauen Anzug spricht während einer Sitzung an ein Mikrofon, vor ihm stehen Wasserflaschen.
Hans Peter Doskozil. © APA/HANS KLAUS TECHT

"Vater Spitalssache hilft jetzt Babler"

"Märtyrer". Dass in Wirklichkeit auch Ludwig und ÖGB-Boss Wolfgang Katzian die schützende Hand von Babler entzogen haben, befreit die SPÖ aus ihrem Dilemma dennoch nicht. Es sind zwar neun von neun SPÖ-Ländergruppen zum überwiegenden Teil bereits von Babler abgerückt, aber keiner sage es ihm offen.

Ein Mann geht eine prunkvolle Treppe mit rotem Teppich und verzierten Geländern hinauf.
ÖGB-Boss Wolfgang Katzian. © APA/HELMUT FOHRINGER

Das SPÖ-Statut spiele zudem Babler in die Hände. Immerhin müsste sich ein Herausforderer einer Mitgliederbefragung stellen. Zeiler – so glauben es Wegbegleiter – würde in einem Gesamtpaket aus Köpfen und Inhalten zwar bereitstehen, die mehr als angeschlagene SPÖ zu übernehmen. Aber davor müsste die Partei Babler von einem Rückzug überzeugen. Und das würde wohl nur gelingen, wenn von Ludwig bis Katzian bis Fellner alle Babler sagen, dass es vorbei sei und ihm einen neuen Job – etwa AK-Präsident – anbieten würden.

Ein Mann im Anzug mit roter Krawatte lächelt bei einer Veranstaltung in einem Gebäude.
Michael Ludwig. © APA/EXPA/ JOHANN GRODER

Im Moment habe er aber wieder bessere Karten. "Die Geschichte über seinen Vater im Spital hat ihm geholfen und in Teilen der SPÖ zum Märtyrer gemacht", sagen Rote. Und das sei knapp vor der Klausur "Glück für ihn".

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