Sommergespräch

Diese Fragen hätte die ORF- Moderatorin Kickl noch stellen sollen

Josef Cap
von
© APA/HANS KLAUS TECHT
Ein Politik-Kommentar von Josef Cap zum Sommergespräch des FPÖ-Chefs Herbert Kickl und die ORF-Fragen an diesen.
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Diese Fragen hätte man im ORF-Sommergespräch Herbert Kickl noch stellen sollen:

  • Gleich zu Beginn hätte die Moderatorin mit konkreten Fragen zur Teuerungsbekämpfung, zur Bekämpfung der wachsenden Arbeitslosigkeit, des wachsenden Bedarfes nach Pflegekräften und zur nachhaltigen Bekämpfung der Inflation Kickl auf das Feld der Realpolitik zwingen sollen.
  • Wenn Kickl der Schuldenabbau und der damit verbundene Ausstieg aus dem EU-Defizitverfahren ein ehrliches Anliegen wäre, dann hätte er auch gefragt werden müssen, wie er kostenintensive freiheitliche Vorschläge diesbezüglich zu finanzieren gedenkt.
  • Es wurde nicht wirklich nachgefragt, wo die Differenz zwischen Kickl und LH Kunasek in der Frage des Umganges mit den Identitären ist. Kickls Scheinantwort, dass es keine Differenz zwischen dem steirischen Landeshauptmann Kunasek und ihm gäbe, wurde nicht kritisch hinterfragt. Wenn Kunsaek die Identitären aus der steirischen FPÖ geworfen hat, stellt sich logischerweise die Frage, warum das nicht auch in der gesamten FPÖ umgesetzt worden ist.
  • Er wurde nicht gefragt, warum er sich als möglicher Kanzler der Verantwortung entzogen hat und aus der Opposition lediglich Besserwisser-Signale aussendet.
  • Er wurde nicht gefragt, ob er bereit ist, zu garantieren, nach einem allfälligen neuerlichen Wahlerfolg, sich dieses Mal einer möglichen Verantwortung zu stellen und nicht wieder davon zu laufen. Er muss sich daher den Vorwurf gefallen lassen, dass eine Stimme für Kickl abermals nur eine verlorene sein kann.
  • Er wurde nicht gefragt, wie seine finanzierbaren Pläne für den Aufstieg der österreichischen Wirtschaft und den Wünschen der Bevölkerung nach einem leistbaren Leben aussehen.
  • Ähnlich wie bei den anderen Sommergesprächen, wurden auch ihm Fragen nach Sicherheit und Frieden erspart. Unbestritten ist, dass damit die Friedenssehnsucht der Bevölkerung nicht angesprochen wurde.
  • Auch wenn die Moderatorin nicht nach neuen Themen und Forderungen der Freiheitlichen gefragt hatte, fehlte Kickl der Mut, selbst Neues zu präsentieren. Einzig kündigte er an, um den Begriff "Remigration" salonfähig zu machen, eine ohnehin chancenlose Gesetzesinitiative dazu im Nationalrat einzubringen.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sowohl die Qualität der Fragen, wie auch der Antworten, eher ein Motiv zum baldigen TV-Kanalwechsel darstellten.