Händedruck im Job

Diese Geste kann über Ihre Karriere entscheiden

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Ein kurzer Händedruck – und schon kann der erste Eindruck stehen. Studien zeigen, wie stark die Begrüßung andere beeinflusst und warum ein fester Griff trotzdem nichts über den Charakter verrät.
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Wie entscheidend der erste Eindruck sein kann, zeigte ein Experiment des US-Wirtschaftsprofessors Greg Stewart. Bewerber traten in simulierten Vorstellungsgesprächen an, während ihre Händedrücke bewertet wurden.

Das Ergebnis: Kandidaten mit einem als gut wahrgenommenen Händedruck wurden von den Interviewern deutlich positiver beurteilt. Kleidung und äußeres Erscheinungsbild waren dabei vergleichbar. Die Begrüßung konnte die Einschätzung also beeinflussen, noch bevor das eigentliche Gespräch begonnen hatte.

Was ein fester Griff wirklich verrät

Auch in Verhandlungen kann ein Händedruck eine Wirkung haben. Eine Forschergruppe um die Verhaltensforscherin Juliana Schroeder stellte fest, dass Menschen nach einem Händedruck häufiger kooperativ handelten. In den Experimenten machten Führungskräfte zudem seltener Angaben, die ihnen selbst einen Vorteil verschafften.

Eine Studie des US-Psychologen William Chaplin aus dem Jahr 2000 fand außerdem Zusammenhänge zwischen der Stärke des Händedrucks und bestimmten Persönlichkeitseigenschaften. Ein fester Griff trat bei den Probanden häufiger gemeinsam mit Extraversion und emotionaler Ausdrucksfähigkeit auf. Bei Frauen zeigte sich zudem ein Zusammenhang mit der Offenheit für neue Erfahrungen.

Doch Vorsicht: Daraus lässt sich kein zuverlässiger Persönlichkeitstest machen.

Dominanter Händedruck? Das steckt wirklich dahinter

Besonders fest zupacken, die Handfläche nach unten drehen und damit Dominanz ausstrahlen? Solche Regeln finden sich in zahlreichen Karriere-Ratgebern. Wissenschaftlich eindeutig belegt sind sie jedoch nicht.

Ein sehr fester Händedruck bedeutet deshalb nicht automatisch, dass jemand besonders selbstbewusst oder durchsetzungsstark ist. Ebenso wenig lässt ein schwacher Griff auf einen unsicheren oder wenig entschlossenen Menschen schließen.

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Ein schlaffer Griff kann ganz andere Gründe haben

Die Psychologen Frank Bernieri und Kristen Petty untersuchten 2011, wie gut sich die Persönlichkeit eines fremden Menschen anhand eines Händedrucks einschätzen lässt. Das Ergebnis: Die Geste verbesserte die Genauigkeit solcher Einschätzungen kaum.

Ein schwacher Händedruck kann schließlich ganz harmlose Gründe haben. Eine Verletzung, Gelenkschmerzen oder Nervosität können den Griff beeinflussen. Auch kulturelle Unterschiede oder eine Abneigung gegen Körperkontakt spielen eine Rolle.

Der Händedruck kann also den ersten Eindruck prägen – den Charakter eines Menschen verrät er aber längst nicht so zuverlässig, wie viele glauben.