Herbstzeit ist Ofenzeit
Diese Lebensmittel haben im Ofen absolut nichts verloren
Aufläufe, Ofengemüse und Kuchen: Im Herbst wärmen sie Körper und Seele und sorgen für echtes Wohlfühlgefühl. Doch so vielseitig der Backofen auch ist, nicht jedes Lebensmittel verträgt die trockene Hitze. Manche Zutaten verlieren dabei an Geschmack, trocknen aus oder sorgen für unangenehme Überraschungen. Wir verraten dir, welche Lebensmittel besser nicht im Ofen landen sollten.
Ganze Eier (mit Schale)
Wer sich morgens ein hartgekochtes Ei wünscht und denkt, der heiße Ofen erledigt das nebenbei auf dem Blech, begeht einen Fehler. Ein rohes Ei mit Schale im Backofen ist wie eine Zeitbombe. Durch die trockene Hitze baut sich im Inneren ein enormer Druck auf, da die Feuchtigkeit zu Wasserdampf wird.
Das Ergebnis: Im schlimmsten Fall platzt die Schale und das Ei verteilt sich mit einem lauten Knall im gesamten Ofen. Die Putzaktion danach dauert garantiert länger als ein normales Frühstück. Greif für Frühstückseier lieber zum klassischen Kochtopf, wo du die Temperatur kontrollieren kannst. (Aufgeschlagene Eier in einer Quiche oder als Ofen-Eierspeis sind hingegen unbedenklich.)
Tiefgefrorenes Fleisch & Geflügel
Nach einem langen Herbstspaziergang ist der Hunger groß und man möchte das gefrorene Hühnchen oder den großen Braten am liebsten direkt aus dem Tiefkühler in die Röhre schieben. Bei dicken, rohen und gefrorenen Stücken gart die Außenseite zwar schnell, doch das Innere bleibt lange kalt.
Die Gefahr: Neben einem trockenen, ungleichmäßigen Garergebnis droht ein Gesundheitsrisiko. Durch die unzureichende Kerntemperatur können Bakterien wie Salmonellen (besonders bei Geflügel) überleben und Magen-Darm-Probleme auslösen. Taue rohes Fleisch immer zuerst bei Raumtemperatur oder noch besser im Kühlschrank vollständig auf. (Ausnahme: Spezielle Tiefkühlkost wie Pizza oder fertige Aufbackbrötchen dürfen natürlich direkt in den Ofen).
Frisch paniertes Fleisch
Wenn du frisches Fleisch selbst panierst und es figurfreundlich im Ofen garen möchtest, wirst du enttäuscht. Im Backofen fehlt das Fettbad. Die Folge: Die Panade wird im Ofen nicht knusprig, sondern extrem trocken, hart und fad, während das Fleisch seinen Saft verliert. Frisch Paniertes gehört in die Pfanne oder Fritteuse. Im Ofen haben nur industriell vorgefertigte Ofen-Nuggets eine Chance, da deren Panade bereits speziell vorgefettet ist.
Zartes Gemüse und Dampf-Gerichte
Herbstliches Ofengemüse wie Kürbis, Karotten und Kartoffeln hat jetzt Hochsaison. Aber nicht jedes Gemüse ist dafür gemacht. Brokkoli zum Beispiel büßt bei trockener Hitze an Geschmack ein und verliert seine grüne Farbe. Auch sehr wasserreiches Gemüse (z. B. Gurken, Blattsalate) und zartes Blattgemüse sind für den Ofen eher ungeeignet.
Deshalb gilt: Zartes Gemüse lieber kurz im Wasserbad blanchieren und Teig-Spezialitäten im Dampfgarer (oder Topf mit Dämpfeinsatz) zubereiten.
Darf Olivenöl in den Ofen?
Ein weit verbreiteter Irrglaube lautet, dass (natives) Olivenöl im Ofen giftig wird. Das ist falsch! Natives Olivenöl eignet sich problemlos für Ofengemüse bei Temperaturen von 180 °C bis 200 °C. Da Kartoffeln oder Gemüse beim Garen Wasser verdunsten lassen, bleibt die Oberflächentemperatur des Gemüses – und somit des Öls – weit unter der eingestellten Lufttemperatur des Backofens. Du kannst dein herbstliches Soulfood also ohne Sorge mediterran verfeinern.
Extra-Tipp für die Sicherheit
Achte nicht nur auf die Lebensmittel, sondern auch auf dein Zubehör. Ungeeignete Kunststoffbehälter (wie alte Tupperware oder Melamin) haben im Ofen nichts zu suchen. Selbst bei vermeintlich niedrigen Temperaturen können sie schmelzen oder giftige Chemikalien in die Nahrung abgeben. Nutze zum Aufwärmen immer hitzebeständige Auflaufformen, Glas oder Keramik.