Der menschliche Organismus gerät durch hohe Temperaturen rasch unter Belastung. Zur Temperaturregulierung erweitern sich die Blutgefäße und der Körper beginnt zu schwitzen. Diese Anpassungen können bewirken, dass Präparate anders als üblich reagieren. Intensivere Nebenwirkungen sind die Folge – vor allem bei Personen, die dauerhaft auf Arzneimittel angewiesen sind, wie etwa Erkrankte mit Bluthochdruck oder Diabetes.
An heißen Tagen geht vermehrt Körperflüssigkeit verloren. Wer diesen Verlust nicht durch ausreichendes Trinken ausgleicht, riskiert nicht nur eine Störung des Salzhaushalts. Zudem nimmt die Filterleistung der Nieren ab, wodurch der Abbau von Wirkstoffen verlangsamt wird. In der Folge kann sich die Intensität einzelner Substanzen steigern. Wie "Test.de" darlegt, betrifft das vor allem exakt zu dosierende Präparate wie Herzmedikamente oder Blutverdünner. Genauso können sich Nebeneffekte verstärken. So sind bei Alzheimer-Präparaten oder dem Diabetesmittel Metformin Magen-Darm-Probleme möglich, wie "Test.de" berichtet.
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Folgen für Blutdrucksenker und Insulin
Die Erweiterung der Blutgefäße bei Sommerhitze dient der Wärmeabgabe über die Haut. Dadurch kann der Blutdruck leicht abfallen. Wer blutdrucksenkende Präparate wie ACE-Hemmer, Diuretika oder Sartane nutzt, riskiert laut dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMAS) Schwindelanfälle, Kreislaufstörungen oder im Extremfall eine Ohnmacht. Betroffene sollten eine Anpassung der Dosis an warmen Tagen ärztlich abklären lassen.
Ebenso verändern Insulin und orale Antidiabetika laut BMAS bei Hitze ihre Wirkung. Das Risiko für eine Unterzuckerung steigt, da die verstärkte Hautdurchblutung eine schnellere Aufnahme des Insulins ins Blut bewirkt. Menschen mit Diabetes sollten ihren Blutzucker an heißen Tagen daher öfter kontrollieren. Manche Insulinpräparate vertragen zudem keine Temperaturen über 25 oder 30 Grad.
Einflüsse auf Psychopharmaka und Kinder
Auch Psychopharmaka zeigen bei Sommerhitze ein verändertes Verhalten. Antidepressiva, Antiepileptika oder Neuroleptika wirken sich laut BMAS auf das Durstgefühl sowie die Schweißbildung aus. Dadurch können Dehydrierung und ein Hitzeschlag begünstigt werden. Laut "Test.de" können ebenso ADHS-Mittel für Kinder – wie Methylphenidat – die körpereigene Wärmeregulierung stören. Eltern sollten eine Anpassung der Medikation an warmen Tagen mit der behandelnden Praxis besprechen.
Gefährdung älterer Menschen und Tipps
Neben Personen mit Bluthochdruck, Diabetes oder Nierenleiden gehören Seniorinnen und Senioren zur Risikogruppe. Wegen eines geschwächten Durstgefühls und einer oft nachlassenden Nierenfunktion sollten sie die Arzneimitteleinnahme bei Hitze mit einer Ärztin oder einem Arzt abstimmen. Wer regelmäßig Medikamente benötigt, sollte großer Hitze aus dem Weg gehen, Anstrengungen meiden und klären lassen, ob eine Dosisanpassung erforderlich ist.