Wer in der kommenden Wintersaison oder darüber hinaus einen Flug mit Ryanair gebucht hat, muss künftig deutlich mehr Vorlaufzeit am Airport einplanen. Die irische Billigfluggesellschaft zieht eine zentrale Frist vor und ändert die Bestimmungen für die Gepäckabgabe grundlegend. Ab dem 10. November müssen Passagiere mit aufzugebendem Gepäck wesentlich früher als gewohnt am Check-in-Schalter erscheinen. Ziel dieser Maßnahme ist es laut Unternehmensangaben, Verzögerungen beim Erreichen der Gates zu vermeiden und das Risiko verpasster Flüge zu minimieren.
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Bislang konnten Fluggäste ihre Koffer bis zu 40 Minuten vor dem planmäßigen Abflug am Schalter abgeben. Diese Praxis gehört mit dem Stichtag der Vergangenheit an. Ab dem 10. November schließen sämtliche Check-in- und Gepäckaufgabeschalter bereits exakt 60 Minuten vor dem geplanten Start der Maschine. Reisenden stehen damit am Flughafen 20 Minuten weniger Zeit für die Gepäckabfertigung zur Verfügung.
Konkrete Auswirkungen auf den Reiseablauf
Die neue Regelung gilt ausnahmslos an sämtlichen Flughäfen, die vom irischen Billigflieger im Streckennetz bedient werden. In der Praxis bedeutet dieser Schritt eine spürbare Vorverlegung der bisher gewohnten Zeitpläne:
- Das Rechenbeispiel: Wer beispielsweise einen Flug mit geplanter Abflugzeit um 12.00 Uhr gebucht hat, muss sein Gepäck künftig zwingend vor 11.00 Uhr am Schalter abgegeben haben.
- Bisherige Regelung: Bislang reichte es bei einem solchen Flug aus, wenn der Koffer bis spätestens 11.20 Uhr durch die Abfertigung ging.
- Harte Deadline: Schließt der Schalter nach Ablauf der 60-Minuten-Frist, ist eine Abgabe nicht mehr möglich und das Gepäck bleibt zurück.
Allerdings betrifft die Vorverlegung nicht das gesamte Passagieraufkommen der Fluglinie. Nach offiziellen Angaben des Unternehmens geben im Durchschnitt lediglich rund 20 Prozent der Fluggäste ein Gepäckstück am Schalter auf. Die überwiegende Mehrheit von 80 Prozent reist ausschließlich mit Handgepäck, checkt vorab online ein und begibt sich direkt zu den Sicherheitskontrollen. Für diese Reisenden ändert sich durch die Neuregelung der Gepäckannahme nichts.
Ursache: Warteschlangen und neue EU-Grenzkontrollen
Als Hauptgrund für die verschärfte Zeitvorgabe nennt Ryanair bekannte Engpässe an den Airports: Immer längere Warteschlangen bei den Sicherheitsüberprüfungen und Passkontrollen, insbesondere zu stark frequentierten Reisezeiten und in den Ferienmonaten. Durch den früheren Annahmeschluss soll sichergestellt werden, dass Urlauber ausreichend Puffer haben, um nach der Gepäckabgabe pünktlich am Abfluggate einzutreffen.
Ein wesentlicher Faktor bei diesen Verzögerungen ist zudem die Einführung des neuen europäischen Ein- und Ausreisesystems (EES). Das digitale Grenzkontrollsystem sorgt an den Schengen-Außengrenzen wiederholt für gravierende Verzögerungen und lange Schlangen. Ryanair hatte bereits im Frühjahr öffentlich auf die massiven Probleme bei der Passagierabfertigung hingewiesen und sogar eine vorübergehende Aussetzung des EES-Systems gefordert.
Wichtige Unterscheidung zwischen Kofferabgabe und Boarding
Für Urlauber und Geschäftsreisende mit schwerem Gepäck gilt es nun, die Anreisezeiten zum Flughafen entsprechend anzupassen. Wer seinen Koffer transportieren lassen möchte, sollte genügend Zeitreserven für allfällige Staus bei der Anfahrt und Schlangen vor den Terminals einplanen.
Wichtig bleibt dabei die klare Unterscheidung: Die neue 60-Minuten-Frist betrifft ausschließlich den Annahmeschluss am Check-in-Schalter. Sie darf keinesfalls mit der Boarding-Zeit verwechselt werden, zu der Passagiere direkt am Flugsteig bereitstehen müssen.