Eine längere Sex-Pause lässt den Penis nicht einfach verkümmern. Laut Pies gibt es keine Belege dafür, dass der Penis eines gesunden Mannes allein durch ausbleibenden Geschlechtsverkehr schrumpft oder vernarbt.
Auch länger anhaltende Erektionsprobleme sollten unabhängig von der Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs ärztlich abgeklärt werden.
Droht ein Samenstau?
Auch der sogenannte "Samenstau" gehört laut Pies ins Reich der Mythen. In den Hoden werden zwar ständig neue Spermien produziert. Nicht benötigte Spermien werden vom Körper jedoch wieder abgebaut oder können beispielsweise bei einem nächtlichen Samenerguss ausgeschieden werden.
Schmerzhafte Hodenschwellungen allein aufgrund einer längeren Zeit ohne Ejakulation sind daher nicht zu erwarten.
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Was passiert mit den Spermien?
Ganz ohne Veränderungen bleibt eine längere Abstinenz allerdings nicht. Die Zeit zwischen den Ejakulationen kann verschiedene Samenwerte beeinflussen.
Längere Abstände können unter anderem mit einem höheren Volumen, einer höheren Konzentration und einer größeren Gesamtzahl an Spermien einhergehen. Kürzere Intervalle können dagegen mit einer besseren Beweglichkeit und einer geringeren DNA-Fragmentierung verbunden sein.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine längere Sex-Pause die Fruchtbarkeit verschlechtert.
Kann häufige Ejakulation die Prostata schützen?
Auch zur Prostata gibt es interessante Studienergebnisse. Eine 2016 veröffentlichte Langzeitauswertung von Beobachtungsstudien zeigte, dass Männer mit mindestens 21 Ejakulationen pro Monat ein um 19 bis 22 Prozent niedrigeres Erkrankungsrisiko hatten als Männer mit vier bis sieben Ejakulationen.
Pies betont allerdings: Daraus lässt sich nicht ableiten, dass Ejakulationen die Prostata direkt schützen. Eine konkrete medizinische Empfehlung, wie oft Männer ejakulieren sollten, gibt es deshalb nicht.
Bleibt das Testosteron stabil?
Auch ein dauerhafter Testosteron-Abfall durch sexuelle Abstinenz lässt sich laut Pies nicht belegen. Eine Studie aus dem Jahr 2021 beschrieb lediglich kurzfristige Veränderungen nach sexueller Stimulation oder Masturbation.
Und auch die Libido verschwindet nicht automatisch, wenn längere Zeit kein Sex stattfindet. Wie groß die sexuelle Lust ist, hängt unter anderem von Gesundheit, Hormonen, Stress, Medikamenten und der persönlichen Lebenssituation ab.
Nach einer längeren Pause kann die Lust auf Sex daher durchaus wieder zunehmen.