Unfassbare Summe

Diese Unsumme verschlingt die Oligarchen-Jacht vor Triest pro Tag

© Jeffrey Greenberg/Universal Images Group via Getty Images
Vier Jahre liegt die beschlagnahmte Megajacht eines russischen Oligarchen im Hafen von Triest. Italien muss für alles blechen.
Zur Vollversion des Artikels

Schon 2022 wurde die Segeljacht "A" von den italienischen Behörden beschlagnahmt: Das Schiff gehörte dem russischen Oligarchen Andrej Melnitschenko und wurde im Zuge der Sanktionen gegen Russland eingezogen. Seither liegt die 143 Meter lange Jacht im Hafen von Triest, und die Italiener kommen zu keiner Lösung, wie es mit ihr weitergehen soll.

Restaurant oder Obdachlosenheim

Was mit dem Schiff geschehen soll, sorgt in Triest seit Jahren für Diskussionen. Die Ideen reichen von einer Unterkunft für Obdachlose bis zu einem Luxus-Restaurant. Durchführbar ist aber keiner der Pläne, denn die riesige Jacht darf weder verkauft, vermietet noch anderweitig genutzt werden. Nicht nur das stört die Italiener: Sie bezeichnen das Ungetüm als einen "Schandfleck" und "Geisterschiff", das den Golf von Triest zumindest nicht schmückt.

Zur Instandhaltung verpflichtet

Vor allem ist die Segeljacht "S" ein teures Unterfangen. Denn Italien ist seit nunmehr vier Jahren dazu verpflichtet, mit Steuergeldern für die Instandhaltung des Schiffs aufzukommen. Das heißt, die Gehälter der 20-köpfigen Besatzung müssen bezahlt werden, Reinigungsarbeiten durchgeführt werden, dazu kommen Treibstoff, Versicherungen und Sicherheitsmaßnahmen. Zusammen kostet das einem neuen Bericht von CNN zufolge 26.000 Euro im Tag. Und das über Jahre hinweg!

Es läuft zwar bereits ein Verfahren zur Aufhebung des Schiffsarrests, doch bis das aufgehoben wird, können noch Jahre vergehen - und die Italiener blechen weiter. Zwar muss der Oligarch Melnitschenko die Ausgaben zurückerstatten, wenn er seine Jacht wieder abholen darf, aber die Summe ist mittlerweile so hoch, dass der Triester Bürgermeister Roberto Dipiazza befürchtet, das wird nie passieren: "Letztendlich wird es ihn weniger kosten, eine neue Jacht zu kaufen, als all unsere Ausgaben zu begleichen."