Musical-Proben

Disney-Prinzessin trifft auf modernes Biest

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Disney-Welterfolg "Die Schöne und das Biest" ab 25. September als Musical im Wiener Raimund Theater - US-Regisseur Matt West nach drei Jahrzehnten erneut in Wien am Werk.
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Ab Herbst treibt im Raimund Theater ein Biest sein Unwesen - und hat dabei die schöne Belle an seiner Seite. Mit der Neuinszenierung von US-Regisseur Matt West kommt Disneys Musical-Welterfolg "Die Schöne und das Biest" auf die Vereinigten Bühnen Wien (VBW). In den Hauptrollen sind Marlene Jubelius und Dominik Hees zu sehen. Bei einem Probebesuch am Freitag im Ronacher präsentierten West und das Ensemble ausgewählte Szenen. Premiere ist am 25. September.

"Auch Spitzenköche verraten ihre Geheimnisse nicht", dämpfte VBW-Musical-Intendant Christian Struppeck die Erwartungen an das Programm des Probeneinblicks gleich zu Beginn und gab das Wort an Matt West weiter, der durch die Probe führte. 13 Jahre lang lief seine Bühnenadaption des berühmten Disney-Films am Broadway und staubte so einige Preise ab. Das Musical war von 1995 bis 1997 schon im Raimund Theater zu sehen, und bereits damals zeichnete West als Regisseur verantwortlich: "Es ist wie nach Hause kommen."

"Die Schöne und das Biest" Proben © APA/TOBIAS STEINMAURER

Eine zeitgenössische Version

Jeder kennt die Geschichte: Der Prinz, von einer Hexe verflucht und in ein Biest verwandelt, ist auf der verzweifelten Suche nach einer echten Liebe, um den Zauber zu brechen. Die kluge und unabhängige Belle ist alles andere als erfreut, sich im Schloss des Biests als Gefangene wiederzufinden. Geplagt von der Sorge um ihren Vater und den ungewollten Avancen Gastons, muss sie sich nun auch noch mit den mürrischen Launen eines Biests abgeben. Ein Trost sind ihr die Dienerschaft des Hauses, die unglücklicherweise in Gegenstände verwandelt wurde: ein Kerzenständer, eine Teekanne und ein Tässchen, eine Uhr und so weiter. Belles Liebe zu gewinnen, ist die letzte Chance für den Prinzen, seinem Schicksal zu entkommen.

Die "Schöne und das Biest" sei besonders, weil Belle zur Abwechslung nicht auf der Suche nach einem Prinzen sei, sondern nach Unabhängigkeit strebe, erklärte West. Seine Neuinszenierung sei eine "Neuinterpretation" des ursprünglichen Materials, um die Geschichte zeitgenössisch zu denken.

"Die Schöne und das Biest" Proben © APA/TOBIAS STEINMAURER

Im Proberaum des Ronacher präsentierten die Hauptdarstellenden und das Ensemble musikalische und schauspielerische Sequenzen aus dem Musical: der abgewiesene Gaston im Gasthaus, Belle und das Biest streitend oder singend mit ihrem Vater und natürlich die zu Gegenständen verwandelte Dienerschaft des verwunschenen Prinzen. Besonders stolz zeigte sich der Regisseur und Choreograf über eine Steppnummer.

Der Druck einer Prinzessin

Hauptdarstellerin Marlene Jubelius schlüpft in die Rolle der Belle und lebt damit den Traum unzähliger Kinder: eine echte Disney-Prinzessin sein. "Es ist ganz spannend. Ich bin mit der Geschichte aufgewachsen und man weiß auch, es ist ein Vorbild für viele Mädchen. Das ist ein Kindheitstraum für viele. Dadurch spüre ich schon manchmal ein bisschen den Druck", gestand Jubelius. Es sei aber "total schön" und unerwartet, diese Rolle spielen zu dürfen. Außerdem sei das Team in Wien um sie herum wunderbar. "Ich freue mich, Wien nach den Proben mehr erkunden zu können", ergänzte die Hauptdarstellerin.

"Wien ist zu meinem zweiten Zuhause geworden. Das hat auch damit zu tun, dass das Musical hier so einen hohen Stellenwert hat in der Gesellschaft", lobte auch Dominik Hees, Biest-Darsteller, den Standort Wien und die VBW. Mit Regisseur West habe er über die spannende Entwicklung der Rolle des Biests über die letzten 40 Jahre gesprochen und darüber nachgedacht, was sein Beitrag sei, "dass wir vielleicht auch eine neue Perspektive auf diesen Charakter finden". Auch das Make-up habe sich über die Jahre weiterentwickelt. Was das angeht, darf Hees buchstäblich aufatmen: "Früher war der Schauspieler eingepackt." Jetzt arbeite man hauptsächlich mit Prothesenteilen, die erlauben, die eigene Mimik beizubehalten. Trotzdem brauche es ungefähr eine Stunde, bis Dominik Hees zum Biest wird.

"Die Schöne und das Biest" Proben © APA/TOBIAS STEINMAURER

Wie "Die Schöne und das Biest" ausgeht, ist kein Geheimnis. Auf die Premiere darf man trotzdem gespannt bleiben. Denn wie die gezeigten Szenen dann in einem Monat im Raimund Theater mit Kostüm, Maske und Bühnenbild wirken werden - dafür brauchte man bei diesem Probenbesuch tatsächlich noch (zu) viel Fantasie.