Ganz Österreich leidet derzeit unter den enorm hohen Temperaturen. Die Hitzewelle hat das ganze Land fest im Griff und hat extreme Auswirkungen auf die Umwelt. Nicht nur die zunehmende Wasserknappheit und sinkenden Pegelstände in diversen Flüssen werden zunehmend zum großen Problem.
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Neben immer höherer Waldbrandgefahr trocknet das Land immer mehr aus. Nach den aktuellen Risikokarten des Umweltministeriums konzentrieren sich Gebiete mit hoher Gefährdung auf das östliche Niederösterreich, Teile Kärntens sowie inneralpine Trockentäler Tirols. Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) appellierte vor wenigen Tagen: "Mehr als acht von zehn Bränden werden durch menschliches Verhalten verursacht und sind damit vermeidbar."
Seit Jahresbeginn wurden schon fast 300 Waldbrände registriert und laut Informationen des Umweltministeriums fast 250 Hektar Waldfläche betroffen. "Besonders in Trockenperioden, wie wir sie derzeit in Österreich erleben, ist das verantwortungsvolle Handeln jeder und jedes Einzelnen entscheidend. Der beste Waldbrandschutz beginnt mit Rücksicht auf die Natur und richtigem Verhalten im Wald", so Totschnig.
Erste Waldbrände unter Kontrolle
Die vermeintlich gute Nachricht ist, dass die akuten Waldbrände in Graz (Steiermark), Ennstal (Oberösterreich) und Osttirol vorerst unter Kontrolle sind. Die Gefahr bleibt aber weiter bestehen, denn bis mindestens Mitte nächster Woche hält die Hitzewelle weiter an.
Doch nicht nur das Feuer bereitet Umweltexperten Sorgen. Auch die abkühlenden Grünflächen in den Städten verschwinden zunehmend. Während der weiterhin stark bewässerte Stadtkern in Wien etwa weiterhin grün aufblüht und vor allem den Touristen einen prachtvollen Anblick bietet, sucht man saftige Wiesen am Stadtrand vergeblich.
Sogar entlang der Alten Donau trocknen die Liegewiesen komplett aus, wodurch auch hier die Brandgefahr zunehmend steigt.
Während viele Menschen sich einfach nur noch Abkühlung herbeisehnen, wäre Niederschlag ebenfalls schon längst überfällig und vor allem für die Natur extrem wichtig. Ansonsten hinterlässt die nächste Hitzewelle auch jede Menge verbrannte Erde.
Weitere Hitze-Auswirkungen
Schon im Juni vermeldete das Land aufgrund der ersten Hitzewelle einen erhöhten Stromverbrauch. Der Einsatz der Kühlgeräte wirkte sich merkbar aus. Und auch der Wasserverbrauch wächst stetig an. In Österreichs Haushalten liegt der durchschnittliche Wasserverbrauch täglich bei 130 Litern pro Kopf. Laut Zahlen des Umweltministeriums werden im Haushalt 22 Prozent des Wassers zum Duschen und Baden verwendet, 25 Prozent für die Toilettenspülung. Zum Wäschewaschen werden zehn Prozent davon gebraucht, zum Geschirrspülen zwei Prozent. Über die Wasserhähne in Bad, WC und Küche fließen 27 Prozent, im Außenbereich werden laut Ministerium 14 Prozent verbraucht.
Den höchsten Wasserverbrauch haben hierzulande aber nicht die Haushalte. 70 Prozent des Wassers werden von Industrie und Gewerbe verbraucht, nur 24 Prozent des gesamt verwendeten Wassers geht auf die Kappe der Haushalte. Vier Prozent benötigt die Landwirtschaft, zwei Prozent ausgewählte Dienstleistungen wie etwa Beschneiung im Winter oder Golfplatzbewässerung.
Trinkwasserversorgung derzeit gesichert
"Die Trinkwasserversorgung in Österreich ist großflächig gesichert", hieß es am Freitag aus dem Umweltministerium. "Jedoch können anhaltende Trockenheit und Hitze kleinräumig zu Engpässen und Notversorgungen in Einzelfällen führen", betonte man. Diese Einschätzung wurde auch im Rahmen des Trinkwassergipfels, zu dem Wasserminister Norbert Totschnig (ÖVP) am Dienstag geladen hatte, von Vertreterinnen und Vertretern der Bundesländer sowie der Wasserversorger bestätigt.
Österreich verfüge grundsätzlich über eine flächendeckende und sichere Trinkwasserversorgung, teilte ein Ministeriumssprecher am Freitag mit. Herausforderungen könnten lokal und zeitlich begrenzt auftreten, beispielsweise beim Rückgang von Quellschüttungen oder bei außergewöhnlich hohen Spitzenverbräuchen durch Gartenbewässerung oder andere Außenwasserverwendungen. In solchen Fällen würden die jeweils zuständigen Wasserversorger bzw. Gemeinden situationsbezogen die erforderlichen Maßnahmen setzen.
Vorsorge durch Trinkwassersicherungsplan
Verankert ist das im sogenannten Trinkwassersicherungsplan. Dieser enthält unter anderem Notfallszenarien für den Umgang bei Trinkwasserknappheit. Im ersten Szenario ("Achtsamkeit") ist der Bedarf noch gedeckt, es wird aber ein Appell zum Wassersparen ausgegeben. In einer zweiten Stufe ("Voralarm") kann der Trinkwasserbedarf im Normalbetrieb nicht mehr gedeckt werden, laut Ministerium existiert hier aber noch eine Ersatzwasserversorgung.
Im dritten Szenario ("Alarmstufe") kann der lebensnotwendige Wasserbedarf den Unterlagen zufolge nur mehr durch eine Notversorgung gedeckt werden. Und in der letzten Eskalationsstufe ("Krise") überschreiten die betroffenen Gebiete Bundesländergrenzen und die Bundesebene übernimmt die Koordinierung der lebensnotwendigen Trinkwasserversorgung.