Dort wartet in der Nacht auf Mittwoch (ab 3 Uhr im oe24-LIVE-TICKER) in Mexiko-Stadt Ecuador - jener Außenseiter, der zuletzt Deutschland mit einem 2:1-Sieg schockte. Um sich vor einem möglichen Stimmungsschock zu bewahren, wird alles beschworen, was geht: die positive Bilanz, der Coach als Glücksbringer und nicht zuletzt die Festung Aztekenstadion.
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Drei Siege, 6:0 Tore - Mexiko hätte kaum besser ins Turnier starten können. Die Hoffnungen, erstmals seit 1986 zumindest wieder ein Viertelfinale zu erreichen, haben in der Vorrunde neue Nahrung erhalten. Auch wenn die Gegner - Südafrika, Südkorea und Tschechien - nicht als große Prüfsteine gelten dürfen. Das könnte man nun freilich auch über Ecuador sagen, das als einer der besten Gruppendritten weiterkam, gegen Deutschland aber für großes Aufsehen sorgte.
Klar ist, dass El Tri der erste echte Test dieses Turniers bevorsteht. Ecuador habe denn auch das Zeug zum "unangenehmsten Gegner", warnte die Gratiszeitung PubliMetro, überschrieb das Spiel zugleich aber vollmundig mit: "Der erste Schritt zu einer historischen Weltmeisterschaft". Vieles wird auf Routiniers wie Angreifer Raul Jimenez ankommen. Sie müssen die Mannschaft führen. Setzt sich Mexiko durch, könnte ein Achtelfinale gegen Mitfavorit England und Starstürmer Harry Kane warten.
Ecuador will alte Rechnung begleichen
Die Südamerikaner kommen nicht nur mit dem gewaltigen Schwung der Deutschland-Partie, die ihnen das Weiterkommen als Gruppendritter bescherte. "Ecuador reist ins Aztekenstadion, um eine 24 Jahre alte Rechnung bei der Weltmeisterschaft zu begleichen", betonte das ecuadorianische Medium El Comercio. 2002 trafen beide Mannschaften zum bisher einzigen Mal bei einer WM aufeinander. Ecuador verlor 1:2 und schied nach der Vorrunde der WM in Japan und Südkorea aus. Mexiko kam als Gruppenerster weiter.
Trainer damals wie heute bei den Mexikanern: Javier Aguirre. Nicht zuletzt deswegen fragte die Zeitung Esto bereits mit Blick auf den Coach: "WM-Glücksbringer?" Der 67-Jährige ist auf jeden Fall ein Trainer-Routinier. Und er spürt den Druck eines ganzen Landes, das so sehr von diesem bisher unerreichbaren Titel träumt. 1970 bei der Heim-WM nutzte Mexiko den Heimvorteil und schaffte es bis ins Viertelfinale. 1986 gelang es erneut. Mit Aguirre als Mittelfeldmann war dann aber gegen Deutschland Endstation.
WM-Festung Aztekenstadion
Der große Trumpf Mexikos soll auch das Aztekenstadion sein: 80.824 Zuschauer, eine einzigartige Atmosphäre. "Die Fans sind für uns äußerst wichtig", sagte Stürmer Guillermo Martinez. Das Oval ist die WM-Festung der mexikanischen Auswahl. Ein Unentschieden, zwei Siege 1970, das Aus kam in der Viertelfinalpartie in Toluca gegen Italien. Zwei Siege, ein Remis in der Gruppenphase, dazu ein Sieg im Achtelfinale 1986. Das Aus gegen Deutschland kam in Monterrey.
Ecuador hat jedenfalls nichts zu verlieren. Nach einem 0:1 gegen die Elfenbeinküste und dem 0:0 gegen Curacao fiel mit dem Sieg über Deutschland die Last ab. Den Kickern bietet sich bei der fünften WM-Teilnahme die große Chance, zum zweiten Mal ein Achtelfinale zu erreichen. 2006 in Deutschland scheiterte man dort mit 0:1 an England.