Der Rücktritt von Walter Ruck war längst überfällig. Aber er kommt viel zu spät. Der Wirtschaftskammer-Präsident hat den Zeitpunkt verpasst, gesichtswahrend zu gehen. Dementsprechend groß ist der Flurschaden, den er hinterlässt.
Die Wirtschaftskammer ist beschädigt: Nach der Posse um die Gehaltserhöhungen und den Mahrer-Abgang ist die Causa Ruck der nächste Super-GAU. Statt als Sprachrohr der Wirtschaft steht die Kammer jetzt einmal mehr als Hort für Postenschacher, Packelei und Ineffizienz in den Schlagzeilen.
Die ÖVP ist beschädigt: Kanzler Stocker hat zuerst tagelang geschwiegen und es dann nicht geschafft, Ruck zum Rücktritt zu bewegen. Der geht jetzt - wie zum Trotz - erst eine Woche nach dem Parteiausschluss. Leadership schaut anders aus.
Bürgermeister Ludwig und die SPÖ sind beschädigt: Auch für das Wiener Rathaus ist die Ruck-Affäre ein Desaster. Die menschlich durchaus verständliche Ludwig-Unterstützung für seinen Freund in den letzten Tagen war ein Image-Eigentor. Übrig bleibt, dass sich Ruck mit dem Bürgermeister beim Stelzenessen seine Deals ausgepackelt hat.
Die Causa Ruck ist mit dem Rücktritt jedenfalls noch nicht ausgestanden. Die Nachwehen werden die Politik noch länger beschäftigen ...