Diesel kostet in Österreich schon lange mehr als 2,20 Euro pro Liter, Superbenzin nähert sich der 2-Euro-Marke an. "Diesel kann noch viel teurer werden", sagt Energieexperte Johannes Benigni vom Unternehmen JBC Vienna im Interview mit oe24. Wie teuer Tanken und Heizen noch werden könnten, hängt auch vom Krieg in Nahost ab.
Europas Gaspreis auf Drei-Jahres-Hoch
Die Furcht vor Versorgungsengpässen im kommenden Winter hält die Gaspreise hoch. Der europäische Erdgas-Future notiert mit 80,29 Euro je Megawattstunde knapp unter seinem Dreieinhalb-Jahres-Hoch vom Mittwoch. Die europäischen Gasspeicher sind nur zu etwa 67 % gefüllt. Im langjährigen Durchschnitt liegt die Quote zu diesem Zeitpunkt bei 84 Prozent. Neben den Kämpfen in Nahost treiben die Angriffe der Ukraine auf russische Erdgas-Anlagen die Preise.
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Explosionen in der Straße von Hormuz
Das US-Militär hatte zuletzt mehrfach iranische Öltanker in der Straße von Hormuz oder angrenzenden Gewässern angegriffen. Es reagierte damit nach eigener Darstellung auf Attacken der iranischen Revolutionsgarden auf US-Kriegsschiffe in der Region. Die Ölpreise steigen wegen der kriegerischen Lage am Persischen Golf. Rohöl der Referenzsorte Brent kostete zuletzt rund 110 US-Dollar.
Teure Energie treibt Inflation in die Höhe
Die Energie gilt als wichtigster Treiber der heimischen Inflationsrate. Die Teuerung wird also wieder deutlich zulegen. Das hat auch die Europäische Zentralbank EZB beunruhigt. Zur Eindämmung der hartnäckigen Inflation hob die EZB den Leitzins auf den höchsten Stand seit rund eineinhalb Jahren.
Der für die Steuerung der Geldpolitik maßgebliche Einlagensatz wurde um einen Viertelpunkt auf 2,50 Prozent angehoben, teilte der EZB-Rat am Donnerstag mit. Damit wird nicht nur die Energie teurer, sondern auch die Kredite.
Strompreise dürften auch stark steigen
Weil Strom im Winter vor allem auch mit Gaskraftwerken erzeugt wird, dürfte das teurere Erdgas die Strompreise in die Höhe treiben. Auch das Heizen wird teurer. Einmal volltanken kostet bei einem 70-Liter-Tank und Dieselauto (etwa VW Sharan) schon rund 150 Euro.
Eine Hoffnung auf günstigere Energie kann es derzeit nur geben, wenn die Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine beendet werden, sagt Energieexperte Benigni.