Verhaftung

Entführungs-Schock um Mbappé

© Getty Images
Es klingt wie das Drehbuch eines Krimis, doch die Vorwürfe beschäftigen derzeit die französische Justiz: Ein 18-Jähriger sitzt in Frankreich in Untersuchungshaft – und auf zwei Handys, die in seiner Gefängniszelle sichergestellt wurden, sollen Ermittler Informationen zu 26 möglichen Zielen entdeckt haben. Unter den Namen: Unternehmer, Juweliere, Musiker und offenbar auch ein Weltstar des Fußballs. Kylian Mbappé soll dabei eines der prominentesten Ziele gewesen sein.
Zur Vollversion des Artikels

Wie "Le Parisien" berichtet, wird Clément L. verdächtigt, eine kriminelle Gruppe gesteuert und sogar aus dem Gefängnis heraus Anweisungen erteilt zu haben. Besonders brisant sind die Vorwürfe, wonach nicht nur Einbrüche geplant worden sein sollen. Die Bande soll auch Entführungen und gewalttätige Angriffe vorbereitet haben – darunter angeblich einen Angriff auf den französischen Fußball-Star.

Auf die Spur der Gruppe kamen die Ermittler nach einem spektakulären Überfall auf einen Uhrmacher in Paris. Drei Männer sollen das Geschäft gestürmt, den Geschäftsführer zur Seite gestoßen und elf Luxusuhren im Gesamtwert von rund 150.000 Euro erbeutet haben. Die Ermittlungen führten schließlich zu Clément L., der am 19. August festgenommen wurde. Ein weiterer Verdächtiger kam ebenfalls in Haft.

Anweisungen über Snapchat

Noch ungewöhnlicher wird der Fall durch die mutmaßliche Kommunikation aus dem Gefängnis: Unter dem Pseudonym "Lester Z." soll Clément über Snapchat Kontakt zu möglichen Komplizen gehalten und ihnen Anweisungen gegeben haben. Bei Durchsuchungen stellten die Ermittler unter anderem Kabelbinder und mehrere iPhones sicher.

Die Staatsanwaltschaft zeichnet ein düsteres Bild. Ein Generalanwalt verwies vor Gericht auf Cléments Vergangenheit: Der französisch-schweizerische Angeklagte wurde bereits wegen Drogendelikten und eines gewalttätigen Raubüberfalls verurteilt. Nun steht er erneut im Zentrum schwerer Vorwürfe.

Kindheitstraum - Koch

Clément selbst weist jedoch zurück, der Drahtzieher zu sein. Er bezeichnet sich lediglich als Vermittler zwischen einem bislang unbekannten Auftraggeber und den mutmaßlichen Handlangern. Vor Gericht räumte er ein: "Ich weiß, dass die Straftaten schwerwiegend sind." Gleichzeitig sprach er über seine Zukunft und seinen Kindheitstraum: Koch zu werden. Ob ausgerechnet hinter Gittern der Anfang eines neuen Lebens liegen kann, muss nun die Justiz klären. Fest steht: Die Ermittler wollen herausfinden, wer tatsächlich hinter den Plänen steckt – und welche Rolle Mbappé und die weiteren 25 möglichen Ziele dabei spielten.