Venezuela

Erdbeben fordert mindestens 920 Tote

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Nach dem verheerenden Doppel-Erdbeben in Venezuela ist die Opferzahl weiter gestiegen: Mindestens 920 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben.
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Mehr als 3.300 Menschen seien verletzt worden, teilte der Präsident der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, am Freitag mit. Nach Angaben der Vereinten Nationen werden mehr als 50.000 Menschen vermisst. "Die Suche in den Trümmern ist eine kolossale Aufgabe", sagte der UNO-Nothilfekoordinator Tom Fletcher am Freitag in Genf.

Das verheerende Doppel-Beben hatte sich am Mittwochabend im Abstand von nur 39 Sekunden westlich der Hauptstadt Caracas ereignet. Die beiden Erdstöße hatten eine Stärke von 7,2 und 7,5, in den folgenden Stunden wurden dutzende Nachbeben registriert. Zahlreiche Gebäude stürzten ein oder wurden schwer beschädigt. Rettungskräfte suchten unter Hochdruck nach Überlebenden. Mit bloßen Händen und Taschenlampen suchten Feuerwehrleute, Soldaten und Anrainer in den Trümmern nach Verschütteten. Vielerorts war der Strom ausgefallen.

Tragische Schicksale

Inzwischen traf auch Unterstützung aus dem Ausland ein. Die Verzweiflung der Menschen in dem Erdbebengebiet ist jedoch groß. "Er liegt unter den Betonplatten und es gibt keine Maschinen, um ihn herauszuholen", sagte Yamileth Jimenez über ihren 19-jährigen Sohn, der in der Küstenstadt La Guaira verschüttet wurde. Hart traf es auch Beatriz Rodriguez. "Es ist eine Tragödie", sagte die 60-Jährige. Einer ihrer Neffen kam ums Leben, einem zweiten mussten beide Beine amputiert werden, nachdem er bei dem Beben von Trümmern eingeklemmt worden war.

Bisher galt ein Beben im Jahr 1967 mit 240 Toten als das folgenreichste in der jüngeren Geschichte des Landes. Die Regierung bestätigte die Beschädigung oder Zerstörung von 250 Gebäuden, darunter mindestens acht Krankenhäuser, Einrichtungen des Roten Kreuzes sowie die französische Botschaft. Viele Menschen in Venezuela leben in Armenvierteln, den "Barrios". Tausende sind nun obdachlos und schlafen auf der Straße. Dazu ist auch Pedro Perez gezwungen. "Wir haben alles verloren", sagte der 64-Jährige mit Blick auf sein Haus und seine Polsterei-Werkstatt. "Wir hoffen, dass bald Hilfe kommt."

UNO koordiniert internationale Rettungseinsätze

Die Vereinten Nationen (UNO) koordinieren die internationalen Rettungseinsätze. UNO-Nothilfekoordinator Fletcher betonte, es sei eine gewaltige gemeinsame Anstrengung nötig in einem Land, in dem bereits vor dem Beben acht Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen gewesen seien. Die UNO-Menschenrechtsmission forderte die Regierung in Caracas auf, Beschränkungen für soziale Medien aufzuheben, da die Erreichbarkeit eine Frage von Leben und Tod sei.

UNO-Generalsekretär António Guterres sprach Betroffenen und Hinterbliebenen sein Mitgefühl aus und sicherte der Regierung sowie der Bevölkerung Solidarität zu. "Der Generalsekretär ist tief betroffen über die Todesopfer und die weit verbreiteten Zerstörungen", teilte Sprecher Stéphane Dujarric in New York mit.

Dank für Unterstützung

Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy Rodriguez dankte sowohl US-Präsident Donald Trump als auch dem russischen Präsidenten Wladimir Putin für ihre Unterstützung. Rodriguez hatte in Venezuela die Führung übernommen, nachdem die USA im Jänner ihren Verbündeten und früheren Staatschef Nicolas Maduro festgenommen hatten. Die USA lockerten nun Sanktionen, um Erdbebenhilfe zu ermöglichen. US-Außenminister Marco Rubio kündigte die Entsendung von Rettungsteams an. Auch Mexiko schickte Soldaten und Spürhunde.

Wie Starlink auf der Plattform X mitteilte, stellt der Satelliten-Internetdienst von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX seinen Nutzern in Venezuela nach den beiden Erdbeben für einen Monat kostenlosen Zugang zur Verfügung. Zudem arbeite das Unternehmen daran, rasch Starlink-Terminals aufzubauen und die Internetverbindung in den am schwersten getroffenen Gebieten wiederherzustellen.