Hardstyle Defqon.1

Festival wegen Hitze abgesagt: 250.000 müssen daheim bleiben

Menschen verlassen nachts ein beleuchtetes Festivalgelände, Bäume sind blau angestrahlt.
© EPA
Das weltbekannte Hardstyle-Festival Defqon.1 wurde wegen extremer Hitze vorzeitig abgebrochen. Für zehntausende Fans endet das Mega-Event in den Niederlanden völlig unerwartet.
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Am Freitagmorgen zog der Veranstalter Q-dance die Reißleine und sagte die verbleibenden Festivaltage im niederländischen Biddinghuizen komplett ab. Details zu möglichen zusätzlichen Entschädigungen will die Organisation nach dem Wochenende bekannt geben. Der niederländische Wetterdienst hatte zuvor die höchste Warnstufe Code Rot ausgerufen, da Temperaturen von bis zu 38 Grad erwartet wurden. Gemeinsam mit den Behörden wurde entschieden, die Sicherheit der Besucher über das Festivalerlebnis zu stellen. "Das Undenkbare ist passiert", hieß es in einer Mitteilung an die Besucher, die intern als "Warriors" bezeichnet werden.

Viele Menschen stehen nachts bei lila Licht auf einem Festivalgelände mit futuristischer Bühne.
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Erste Notfallmaßnahmen reichten nicht

Bereits am Donnerstag hatte Q-dance versucht, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Alle Tagestickets für Freitag und Samstag wurden annulliert, um rund 15.000 Besucher pro Tag weniger auf dem Gelände zu haben. Mehr Schattenbereiche, eine bessere Versorgung und weniger Gedränge sollten die Belastung reduzieren. Mit der offiziellen Code-Rot-Warnung war jedoch klar, dass eine sichere Fortsetzung nicht mehr gewährleistet werden konnte. Der Veranstalter erklärte: "Wir sind absolut am Boden durch diese Entwicklung".

Zehntausende sitzen am Campingplatz

Besonders heikel ist die Lage für die zehntausenden Menschen, die sich noch auf dem Campinggelände befinden. Viele haben keine kurzfristige Möglichkeit zur Heimreise, weshalb der Campingbereich für eine geordnete Abreise zunächst geöffnet bleibt. Neue Besucher dürfen nicht mehr anreisen, der Zutritt wurde gesperrt und das musikalische Programm vollständig eingestellt. Die Ticketkosten sollen rückerstattet werden, zusätzliche Ausgaben für Unterkunft oder Rückreise werden jedoch nach aktuellem Stand nicht übernommen.

Historisches Novum bei Großevent

Defqon.1 gilt als eines der größten Hardstyle-Festivals weltweit und zieht jährlich mehr als 250.000 Besucher aus über 100 Ländern an. Seit der Gründung im Jahr 2003 kam es noch nie zu einem vollständigen Abbruch mitten im laufenden Betrieb. Auch andere europäische Festivals kämpften in diesen Tagen mit Extremwetter. So wurden Events in den Niederlanden eingeschränkt. Beim Hurricane Festival kam es zuvor sogar zum Todesfall einer Besucherin, während das Southside Festival nach einer zeitweisen Unterbrechung später weitergeführt werden konnte.

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