Endstation
Ersatzteil-Dieb geschnappt
Ausgestattet mit einem beachtlichen Vorstrafenregister aus der Heimat und offenbar einer gewissen Vorliebe für fremde Lichtmodule, tourte der Mann monatelang durch heimische Autohäuser, als wären sie sein persönlicher Ersatzteillager.
Angefangen hatte alles Anfang Juli auf dem Gelände eines Grazer Autovermieters – dort wurden Scheiben eingeschlagen, Motorhauben und Frontschürzen fein säuberlich demontiert. Ein Einzelfall? Von wegen. Die Polizei zählte am Ende rund 60 ähnlich gelagerte Fälle quer durch fünf Bundesländer – Steiermark, Burgenland, Wien, Niederösterreich, Oberösterreich. Eine wahre Tournee, könnte man fast sagen, wäre da nicht der Schaden von mehreren hunderttausend Euro.
Anfängerfehler. Besonders pikant: Bei einem Einbruch in Wien-Favoriten ließ der umtriebige Herr sein eigenes, auf ihn zugelassenes Fahrzeug in unmittelbarer Tatortnähe zurück. Ein Detail, das man wohl kaum als Meisterleistung an Kriminalität bezeichnen kann. Damals gelang ihm zwar noch die Flucht – doch die Polizei vergisst bekanntlich nicht so leicht.
Auch Anfang August wurde er bereits wieder beim Auskundschaften von Autohäusern und Firmenparkplätzen beobachtet – konkret nachweisen ließ sich ihm da allerdings noch nichts. Ein Warnschuss, den er offenbar geflissentlich ignorierte.
Gefasst. Am 18. August reiste der Mann erneut über den Grenzübergang Klingenbach ein – diesmal direkt in die wartenden Arme der Ermittler, die ihn längst auf dem Schirm hatten. Nach einer nächtlichen Erkundungsrunde mit dem E-Scooter schlug er in der folgenden Nacht auf dem Gelände eines Autohauses in Brunn am Gebirge zu, demontierte Lichtmodule und Motorhauben – und wurde just in dem Moment festgenommen, als er die Beute zu seinem Fahrzeug trug. Schaden dieser letzten Nummer: rund 15.000 Euro.
Bei der Einvernahme zeigte sich der Verdächtige übrigens nur zu diesem einen Coup geständig – von den übrigen rund 60 Fällen will er offenbar nichts wissen. Ein bemerkenswertes Gedächtnis, das ausgerechnet an dieser Stelle aussetzt.
Fazit: Der mutmaßliche Serientäter sitzt nun in der Justizanstalt Graz-Jakomini – die Ermittlungen zu den übrigen Tatorten laufen indes weiter. Für seine "Sammlung" an fremden Fahrzeugteilen wird er sich wohl noch länger verantworten müssen.