Auszeit-WG
Erstbezug für "1eMille-Intensivtäter-WG"
Wie ein Sprecher der zuständigen Stadträtin Bettina Emmerling (NEOS) der APA bestätigte, sei vor rund einer Woche ein 13-jähriges Kind eingezogen. Konkrete Falldetails wurden "aus Gründen des Kinderschutzes" nicht genannt. Laut APA-Informationen soll es sich bei dem Kind jedenfalls um einen Buben handeln. Die Begründung der Stadt Wien klingt wenig erfolgsversprechend, monieren Kritiker: "Trotz Zuschaltung der Orientierungshilfe sei im Vorfeld keine nachhaltige Durchbrechung des negativen Verhaltens gelungen."
Ein weiteres Kind soll demnächst folgen. Platz ist für gerade einmal zwei Kinder gleichzeitig.
Großes Ärgernis: Kostenexplosion
Laut einer parlamentarischen Anfragebeantwortung schlägt das Projekt mit fast einer Million Euro jährlich zu Buche – für zwei Betreuungsplätze. Ursprünglich waren nur 800.000 Euro budgetiert. FPÖ-Klubobmann Maximilian Krauss spricht von einem "Kosten- und Planungsfiasko": "Das ist typisch NEOS: großspurige Ankündigungen, fehlende Planung und am Ende explodierende Kosten."
Fachleute skeptisch
Ein Aufenthalt kann bis zu zwölf Wochen dauern. Gedacht ist die Maßnahme für Kinder, die wiederholt schwere Taten gesetzt haben. In der Wohngemeinschaft sollen Kinder im Alter von elf bis 13 Jahren betreut werden. Sie haben etwa Delikte wie Raub oder Einbrüche begangen.
Auch das Vertretungsnetz und Kinder- und Jugendpsychiater äußerten zuvor scharfe Kritik an der rechtlichen Konstruktion über das Heimaufenthaltsgesetz.
Fazit: Die "Auszeit-WG" läuft – doch der Unmut über Kosten und Konzept reißt nicht ab.