Öffi-Ausbau

U2-Bohrarbeiten bis Augustinplatz fertig

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Tunnelvortriebsmaschine Debohra" beendet vorerst ihre Arbeit - sie hat zwei neue U2-Tunnel mit insgesamt 4,2 Kilometern zwischen Matzleinsdorfer Platz und Augustinplatz gegraben.
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Beim U-Bahn-Ausbau ist ein zentraler Meilenstein geschafft. Die Tunnelvortriebsmaschine "Debohra" hat ihre Arbeit offiziell beendet und das geplante Ziel am Augustinplatz in Neubau erreicht. Insgesamt wurden zwei neue U2-Tunnelröhren mit einer Gesamtlänge von 4,2 Kilometern vom Matzleinsdorfer Platz bis zum Augustinplatz gegraben. Zusammen mit den bereits mittels Baggervortrieb nach der Neuen Österreichischen Tunnelbauweise gebauten Tunneln bis Rathaus und dem U5-Tunnel von Rathaus bis Frankhplatz ist die Verbindung der ersten Baustufe von U2 und U5 nun komplett. "Wir freuen uns besonders, ,Debohra' an ihrem Ziel beim Augustinplatz begrüßen zu dürfen", so Wiener-Linien-Chefin Alexandra Reinagl.

Der Abschluss der Tunnelarbeiten ist ein Meilenstein für die Stadt Wien. © TBauer

Lokalaugenschein Untergrund

Einen genauen Einblick in das riesige Bauprojekt gab es am Freitagvormittag direkt vor Ort. Ein Medientermin führte beim Notausstieg Augustinplatz genau 35 Meter tief unter die Erde direkt zur Tunnelvortriebsmaschine. Neben der Führungsspitze der Wiener Stadtwerke und der Wiener Linien nahmen auch Bürgermeister Michael Ludwig und Öffi-Stadträtin Ulli Sima (beide SPÖ) die Baustelle im Untergrund genauer unter die Lupe.

Alexandra Reinagl, Ulli Sima, Martin Dunst und Michael Ludwig. © TBauer

Dabei war auch die angespannte Budgetlage der Stadt („Es fehlt an allen Enden“ - Zitat Sima) ein Thema. Sowohl Ludwig als auch Sima betonten jedoch nachdrücklich, dass das Milliardenprojekt trotz der angespannten Budgetlage mit voller Kraft vorangetrieben wird. "Die Investitionen in den Ausbau der U2 zum Wienerberg und in den Neubau der U5 nach Hernals zeigen: Wien setzt konsequent auf leistungsfähige Öffis als Rückgrat der städtischen Mobilität - und als Antwort auf Wachstum, Klimaziele und steigenden Bedarf“, hielt Ludwig fest.

Pause und Revision für "Debohra"

Die Tunnelvortriebsmaschine „Debohra" hat ihr Ziel am Augustinplatz erreicht. © TBauer

Die technischen Daten der Tunnelvortriebsmaschine zeigen die enorme Dimension der Arbeit unter der Erde. Das Gerät wiegt über 1.300 Tonnen und hat ein Schneidrad mit einem Durchmesser von sieben Metern. Seit dem Start am Matzleinsdorfer Platz im September 2024 legte Debohra eine Strecke zurück, die etwa so lang wie 40 Fußballfelder hintereinander ist. Insgesamt wurden rund 150.000 Kubikmeter Erde ausgehoben, was dem Inhalt von etwa 60 olympischen Schwimmbecken entspricht. Für die Tunnelschale wurden 2.850 Ringe aus rund 17.000 einzelnen Betonsteinen verbaut. "Das war eine technische Meisterleistung und es war die komplexeste Bauphase“, resümierte Gudrun Senk, technische Geschäftsführerin der Wiener Linien.

Nach diesem anspruchsvollen Einsatz geht die Tunnelvortriebsmaschine jetzt in eine Pause und wird einer gründlichen Revision unterzogen. Die zweite Bauphase startet dann im Jahr 2028. Ein großes Lob gab es von der technischen Leitung für die präzise Planung, das erfahrene Vortriebsteam und die gute Zusammenarbeit mit den ausführenden Baufirmen Strabag und Porr.

Enorme CO2-Einsparung durch schlaue Logistik

Diese spezielle Vortriebsmethode brachte massive Vorteile für die Umwelt und die Bevölkerung an der Oberfläche. Die 127 Meter lange Tunnelvortriebsmaschine erledigt alle Arbeitsschritte in einem: das Graben des Tunnels und die Herstellung der Tunnelröhre. Der Erdaushub wurde zentral über den Schacht am Matzleinsdorfer Platz abtransportiert. Dank der unterirdischen Bauweise konnten so rund 20.000 LKW-Fahrten und 75 Tonnen CO2 gespart werden.Zudem wird ein Teil des Aushubmaterials nicht einfach deponiert, sondern als hochwertiger Wiener Ton für die Produktion von Ziegeln weiterverwendet. "U2xU5 zeigt, wie technische Kompetenz, Innovation und Nachhaltigkeit ineinandergreifen“, erklärte Monika Unterholzner, stellvertretende Generaldirektorin der Wiener Stadtwerke.

Mit voller Kraft in die nächste Phase

Nach dem Ende der Bohrarbeiten konzentrieren sich die Arbeiten nun voll auf den aufwendigen Innenausbau der neuen Stationen. Täglich stehen über 800 Menschen für den Ausbau im Einsatz. Die U5 wird nach Fertigstellung der ersten Baustufe (ab 2030) vom Karlsplatz bis zum Frankhplatz fahren. Die U2 bekommt in der 1. Baustufe (2030) ab der Station Rathaus, wo sich beide Linien kreuzen, einen neuen Süd-Ast bis zum Matzleinsdorfer Platz und fährt in der 2. Baustufe bis zum Wienerberg. Die U5 wird in der 2. Baustufe bis nach Hernals verlängert.

Das größte Infrastrukturprojekt der Stadt wird stark befahrene Linien wie die U3, die U6, die Straßenbahn 43 und die Buslinie 13A spürbar entlasten. Jährlich werden damit zusätzliche Kapazitäten für bis zu 300 Millionen Fahrgäste geschaffen. Durch die mögliche Verlagerung des Verkehrs können bis zu 75.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Parallel dazu laufen bereits die Vorbereitungen für die 2. Baustufe mit der U5 bis nach Hernals und die U2 bis zum Wienerberg auf Hochtouren.