Aus steht im Raum

Event-Arena in St. Marx gerät ins Wanken

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Nach sieben Jahren Planung hängt Wiens neue Eventhalle weiter in der Luft. Der Vertrag mit CTS Eventim ist noch immer nicht unter Dach und Fach, hinter den Kulissen wird bereits über ein mögliches Aus gesprochen.
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Die Wien-Holding-Arena kommt seit Jahren nicht vom Fleck. Nun wird die Zukunft des geplanten Großprojekts in St. Marx noch ungewisser. Der Partnerschaftsvertrag zwischen der Wien Holding und CTS Eventim ist weiterhin nicht unterschrieben. Laut einem Bericht des "Kurier" wird hinter den Kulissen inzwischen sogar über ein mögliches Aus gesprochen.

Gesundheits- und Sportstadtrat Peter Hacker (SPÖ) machte aus seiner Skepsis zuletzt keinen Hehl. "Offenbar gibt es Schwierigkeiten für den, der die Ausschreibung gewonnen hat. Sonst würden wir schon eine Baugrube sehen", sagte Hacker. Bei einem ähnlich verzögerten Spitalsbau hätte er bereits "Angstschweiß auf der Stirn".

Einigung lässt weiter auf sich warten

Die Verhandlungen mit CTS Eventim ziehen sich bereits deutlich länger als ursprünglich geplant. Im Geschäftsbericht 2024 der Wien Holding war noch vorgesehen, den Partnerschaftsvertrag 2025 abzuschließen. Dieser sollte die Grundlage für den konkreten Baubeginn bilden. Das Ziel einer Eröffnung im Jahr 2030 blieb damals aufrecht. Nach Informationen des "Kurier" versucht Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak (SPÖ) derzeit, einzelne Punkte mit CTS Eventim neu zu verhandeln. In SPÖ-Kreisen werde sogar eine komplette Absage des Projekts nicht mehr ausgeschlossen. Berichtet wird auch von Spannungen zwischen Novak und dem Unternehmen. CTS Eventim soll zuletzt neue Arena-Entwürfe direkt Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) vorgelegt haben.

Offiziell klingt es deutlich zurückhaltender. Die Wien Holding erklärt, man befinde sich weiterhin in der Projektvorbereitungsphase. Die vertraglichen und planerischen Grundlagen würden finalisiert, auch die notwendigen Genehmigungsverfahren würden vorbereitet. Gespräche über den Partnerschaftsvertrag seien im Gang. Auch CTS Eventim hält an dieser Darstellung fest. Die erforderlichen Planungen und Unterlagen seien erarbeitet und in die Abstimmungen eingebracht worden. "Bei einem Vorhaben dieser Größenordnung sind umfangreiche Abstimmungen ein regulärer Teil des Prozesses", erklärte das Unternehmen. Zu weiteren Details wolle man sich wegen der laufenden Gespräche nicht äußern.

Sieben Jahre Planung und kein Baubeginn

Visualisierung der neuen Wiener Event-Arena, die am Areal von St. Marx errichtet werden soll. © APA/WIEN HOLDING

Die Geschichte der Arena ist bereits von mehreren Verzögerungen geprägt. Bei den ersten Planungen 2019 war die Eröffnung noch für 2024 vorgesehen. Nach steigenden Kostenschätzungen suchte die Wien Holding einen privaten Partner. Im Juli 2023 wurde zunächst OVG Bristol als Bestbieter präsentiert. Die Baukosten wurden damals mit 384 Millionen Euro angegeben, der Anteil der Stadt sollte 55 Millionen Euro betragen.

CTS Eventim ging gegen die Entscheidung vor und war damit erfolgreich. Im November 2024 wurde schließlich das deutsche Unternehmen als Partner präsentiert. Die Beteiligung der Stadt an der Errichtung wurde mit rund 153 Millionen Euro angegeben, die Fertigstellung auf 2030 verschoben. Mehr als 30 Millionen Euro sollen inzwischen bereits für Planung und Beratung ausgegeben worden sein. Offen sind auch Fragen rund um Planung und Widmung. Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) hält laut "Kurier" am Siegerentwurf des Architekturwettbewerbs aus dem Jahr 2020 fest. Gleichzeitig soll CTS Eventim mit diesem Entwurf nicht weiterarbeiten wollen. Eine notwendige Umwidmung des Areals ist bisher ebenfalls nicht erfolgt.

Opposition fordert Konsequenzen

Die ÖVP sieht die Entwicklung als Beleg für Probleme bei der Abwicklung des Projekts. "Sieben Jahre Ankündigungen, jahrelange Verzögerungen, Millionen für Planung und Beratung und am Ende steht nicht einmal fest, ob überhaupt gebaut wird", kritisiert Landesparteiobmann Markus Figl. Er fordert von SPÖ und Neos mehr Transparenz über den aktuellen Stand.

Auch die FPÖ verlangt eine Offenlegung der bisher angefallenen Kosten und möglicher finanzieller Folgen eines Scheiterns. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) trage die politische Verantwortung für das Projekt, argumentiert FPÖ-Wien-Chef Dominik Nepp.

Die Grünen gehen noch weiter und fordern einen Stopp der Eventhalle. "Jetzt muss dringend die Reißleine gezogen werden, bevor noch mehr Geld verbrannt wird", sagt Klubobmann Georg Prack. Die Grünen Landstraße wollen den Stillstand außerdem nutzen, um die künftige Entwicklung des Areals noch einmal grundsätzlich zu diskutieren.